Ende September wurde in Schwaikheim eine 75-Jährige getötet. Nun ist der Fall auch ein Thema fürs ZDF. Foto: KS-Images.de / Karsten Schmalz
Der Fall einer getöteten Schwaikheimerin ist am Mittwoch Thema bei der TV-Sendung „Aktenzeichen XY – ungelöst“. Hinweise erhoffen sich die Ermittler jetzt auch von einem Phantombild.
Der gewaltsame Tod einer Frau aus Schwaikheim beschäftigt noch immer die Polizei – und nun auch das Fernsehen. Am Mittwoch, 6. November, ist der Kriminalfall aus dem Rems-Murr-Kreis ein Thema der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY – ungelöst“. Die mit dem Fall betrauten Ermittler erhoffen sich davon weitere Zeugenhinweise auf das Gewaltverbrechen.
Dabei gibt es auch einen neuen Ansatzpunkt: „Es ist uns gelungen, ein Phantombild eines möglichen Zeugen zu erstellen“, erklärt der Polizeisprecher Holger Bienert. Dieses soll in der Sendung gezeigt werden. Der junge Mann soll sich an am 24. September zwischen 16 und 17.30 Uhr in der Nähe des Tatorts aufgehalten haben. „Er wird beschrieben als 17 bis 25 Jahre alt“, sagt Bienert. Möglicherweise habe der Unbekannte im Zusammenhang mit der Tat etwas beobachtet. Auf mehrere Aufrufe hat er sich bislang allerdings noch nicht gemeldet.
Schwaikheim: Möglicher Zeuge per Phantombild gesucht
Phantombild Foto: Polizei
Die Seniorin war am Dienstag, 24. September tot in dem Gartengrundstück zwischen Schwaikheim und Winnenden gefunden worden. Ein Familienangehöriger entdeckte den Körper der 75-Jährigen, sehr schnell ging die Polizei von eine Gewalttat aus. Der Verdacht bestätigte sich durch eine Obduktion, bei der ein gewaltsamer Tod der Frau festgestellt wurde. Seitdem ermittelt in dem Fall eine 30-köpfige Sonderkommission mit dem Namen „Garten“. Am Tatort fanden umfangreiche Maßnahmen zur Spurensicherung statt, Profiler sollen zudem dabei helfen, ein psychologisches Profil des Täters zu erstellen.
Auch Beamte der Bereitschaftspolizei unterstützten die Ermittler am Tatort dabei, das Grundstück nach Beweismitteln und einer möglichen Tatwaffe zu durchsuchen. Sogar ein Ententeich wurde dabei unter die Lupe genommen. „Zur Tatwaffe und dazu, ob sie gefunden wurde, können wir aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen“, erklärt Bienert. Auch zur genauen Todesursache der Seniorin hält sich die Polizei bedeckt – dabei handelt es sich um Täterwissen, dessen Kenntnis später helfen könnte, den oder die Verantwortlichen zu überführen.
Mutmaßlicher Einbrecher: Bislang kein dringender Verdacht
Ermittler bei der Spurensuche. Foto: KS-Images.de/Karsten Schmalz
Anfang Oktober gab es schließlich eine Festnahme, welche viele Menschen in Verbindung mit dem Fall brachten: Spezialkräfte der Polizei verhafteten in Stuttgart einen 24-Jährigen aus Waiblingen. Ihm wurden mehrere Einbrüche in Gartenhäuser im Raum Schorndorf und Schwaikheim vorgeworfen. Die Ermittler prüfen auch, ob der junge Mann auch für den Tod der Seniorin verantwortlich sein könnte. Immerhin soll er als Einbrecher auch in jener Gegend unterwegs gewesen sein, in dem die 75-Jährige sterben musste. Gerüchten, wonach der Mann inzwischen wieder auf freiem Fuß sei, widerspricht der Polizeisprecher: „Wir haben keine anderen Informationen als dass er weiterhin in Haft ist“, so Bienert. Der Grund dafür seien allerdings die mutmaßlichen Einbrüche. Was die Tötung der Seniorin angeht, habe sich kein dringender Verdacht gegen den Mann ergeben: „Der Durchbruch bei den Ermittlungen fehlt noch.“
Die Anteilnahme in der Bevölkerung an dem Todesfall ist groß. Die Getötete stammte aus einer alteingesessenen Familie im Ort und engagierte sich laut dem Fernsehsender RTL in einem Seniorentreff und einer Kirchengemeinde. Mehr als 120 Zeugenhinweise gingen bei der Polizei ein, die auch ein anonymes Hinweissystem eingerichtet hat, über welches Beobachtungen gemeldet werden können. Der Tatort liegt an einem oft stark frequentierten Spazierweg, die Ermittler hoffen daher, dass jemand entscheidende Details mitbekommen haben könnte. Von den rund 300 Spuren, denen sie nachgehen, sind noch nicht alle abgearbeitet.
Und nun folgt noch der besagte Schritt ins Fernsehen. Einen Einspieler mit nachgestellten Szenen wird es am Mittwoch bei „Aktenzeichen XY“ allerdings nicht geben: Dafür war die Vorlaufzeit zu kurz, die Drehzeit für einen solchen Kurzfilm beträgt mehrere Monate. Die Ermittler erhoffen sich von der TV-Sendung dennoch eine möglichst breite Öffentlichkeit – „vor allem auf Personen, die sich dort aufgehalten haben und etwas beobachtet haben könnten“, so Holger Bienert. Auch ein Kriminaldirektor des Polizeipräsidiums Aalen werde im Studio anwesend sein.
Ausstrahlung Die Folge 608 von „Aktenzeichen XY... ungelöst“ wird am Mittwoch, 6. November, von 20.15 bis 21.45 im ZDF gezeigt. Von 23.15 bis 00.45 wird die Sendung auch von ZDF neo ausgestrahlt. Sie wird auch in der ZDF-Mediathek zu sehen sein.