Torjäger des FC Holzhausen Janik Michel: „Das Kickers-Spiel ist für einige das Größte ihrer Laufbahn“

Toptorjäger Janik Michel fehlt dem FC Holzhausen im Pokalduell mit den Stuttgarter Kickers wegen einem Achillessehnenriss. Foto: Pressefoto Baumann

Der verletzte Torjäger Janik Michel spricht vor dem Pokalspiel des FC Holzhausen gegen die Stuttgarter Kickers über die Chancen des Außenseiters und die Erfahrungen mit Abdoulie Mboob.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Janik Michel (33) ist mit der erfolgreichste Torjäger im höherklassigen württembergischen Amateurfußball der vergangenen Jahre. Vor dem WFV-Pokal-Halbfinalspiel am Mittwoch (17.30 Uhr/Panoramastadion) seines FC Holzhausen gegen die Stuttgarter Kickers schätzt er die Chancen seines Teams ein.

 

Herr Michel, wie tief sitzt der Frust beim FCH nach dem durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 2:3 verlorenem Verbandsliga-Spitzenspiel gegen die Young Boys Reutlingen?

Das tut uns gar nicht mal so weh, denn ein Unentschieden hätte uns ja auch nicht weitergebracht. Nur mit einem Sieg hätten wir die Chance gehabt, nochmal an Platz eins ranzukommen. Aber eigentlich hatten wir uns ohnehin auf die Aufstiegsspiele eingestellt. Also mega traurig sind wir nicht, zumal am Mittwoch etwas Wichtiges ansteht.

Waren manche schon mit ihren Gedanken beim Pokalmatch gegen die Kickers?

Kann gut sein, denn für einige ist das das größte Spiel, das sie in ihrer Laufbahn erleben werden. Wir haben ein paar Spieler um die 30, sie werden vermutlich ein Halbfinale vor so vielen Zuschauern oder gar ein Finale nicht mehr als Aktiver erleben.

Das heißt, das Fußballfieber in Holzhausen ist groß mit Blick auf die Blauen?

Es ist riesig, mindestens 2000 Zuschauer werden erwartet. Wir sind jetzt das zweite Mal in Folge im Halbfinale. Letztes Jahr haben wir mit viel Pech in der Verlängerung gegen die SG Sonnenhof Großaspach 2:4 verloren. Wir waren die bessere Mannschaft, hatten viele Chancen, auch ich habe welche versiebt, wir sind unglücklich rausgeflogen.

Das macht Mut für Mittwoch?

Auf jeden Fall. Auswärts auf der Waldau hätten wir keine Chance. Aber daheim, auf unserem hoppeligen Rasen, wo wir es gewohnt sind, dass auch mal ein Ball verspringt, da rechnen wir uns schon etwas aus. Da hatten schon viele gute Gegner ihre Probleme.

Janik Michel (li.) gegen Denis Zagaria beim Oberligaduell 2022 in Degerloch. Foto: Pressefoto Baumann

Was muss sonst passen, damit es eine Überraschung geben kann?

Wir müssen die ein, zwei Chancen, die wir bekommen, nutzen. Wir werden keine fünf Möglichkeiten bekommen. Dazu müssen wir hinten gut stehen, und natürlich braucht unser Torwart einen überragenden Tag. Aber entscheidend wird sein, dass wir vorne eiskalt sind.

Sie selbst fehlen. Wann können Sie nach Ihrem Achillessehnenriss wieder am Ball sein?

Vier Monate sind seit der Verletzung demnächst rum, ich bin sehr gut im Plan. Ich träume von den Aufstiegsspielen, vielleicht braucht man mich da im Rückspiel für ein paar Minuten (lacht).

Stichwort Aufstiegsspiele. Vergangenen Juni hat den FC Holzhausen im entscheidenden Rückspiel ein gewisser Abdouli Mboob beim 1:5 nach Verlängerung mit drei Toren abgeschossen. Wie froh sind Sie, dass er am Mittwoch aller Voraussicht nach nicht für die Kickers spielen wird?

(lacht) Da sind wir schon ziemlich froh, andererseits finde ich es traurig für den Jungen. Obwohl er mit dem Türkischen SV Singen unser Gegner war – es hat richtig Spaß gemacht, ihm zuzuschauen. Er ist brutal gut und hätte in der Rückrunde bei den Kickers richtig was gerissen, da bin ich mir sicher.

Was zeichnet ihn aus?

Er ist dribbelstark, pfeilschnell und er ist eben auch noch eiskalt vor dem Tor. Adrian Müller, der bei uns links hinten spielt und rund 200 Regionalligaspiele für die TSG Balingen gemacht hat, meinte voller Anerkennung, dass er bisher nicht einmal gegen einen Außenspieler mit solcher Qualität gespielt hat.

Ihr Torerekord liegt bei 47 Saisontreffern in der Verbandsliga. Was möchten Sie persönlich noch erreichen?

Ich will noch mal Torschützenkönig in der Oberliga werden (lacht).

Wie geht’s aus am Mittwoch?

2:1 nach Verlängerung für uns.

Janik Michel

Vita
Janik Michel wurde am 28. Juli 1992 in Tübingen geboren. Seine bisherigen Vereine waren TuS Ergenzingen, SSV Reutlingen, FC Gärtringen, SV Elversberg, SSV Ulm 1846 und FC Holzhausen (seit 2018).

Persönliches
Janik Michel ist liiert mit Jacqueline. Das Paar wohnt in Rottenburg-Bad Niedernau und hat ein Kind. Sein Hobby ist Tennis, er spielt sogar im Verein beim TV Bad Niedernau. (jüf)

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