Trauer in der Wilhelma Stuttgart Darum ist das Bonobo-Baby wohl gestorben
Laut Wilhelma hat die Untersuchung der Muttermilch von Chipita ergeben, dass diese fast frei von Nährstoffen war.
Laut Wilhelma hat die Untersuchung der Muttermilch von Chipita ergeben, dass diese fast frei von Nährstoffen war.
Nachdem am 9. September Tierpfleger das Bonobo-Baby Kasita leblos in den Armen seiner Mutter Chipita gefunden hatten, scheint jetzt die Todesursache geklärt. Zuvor hatte eine Autopsie ergeben, dass das gerade einmal sechs Monate alte Äffchen einen unzureichenden Ernährungszustand hatte. Um zu klären, ob diese Mangelerscheinungen mit der Zusammensetzung der Muttermilch in Verbindung stehen, wurde eine Milchprobe entnommen, welche weiteren Analysen unterzogen werden sollte.
Jetzt liegen laut Wilhelma weitere Ergebnisse vor: „Die Untersuchung der Muttermilch von Chipita hat ergeben, dass diese fast frei von Nährstoffen war“, heißt es. Obwohl Chipita gesund sei, wurde in ihrer Milch weder Fett noch Laktose und nur sehr wenig Protein festgestellt. „Das Jungtier ist daher nicht verstorben, weil es zu wenig Muttermilch bekommen hat, sondern weil diese so gut wie keinen Nährwert hatte“, so die Wilhelma-Verantwortlichen.
Weiter heißt es, dass bei der Pflege von Menschenaffen kein direkter Kontakt zwischen den Mitarbeitenden und den Tieren bestehen würde. Routineuntersuchungen der Säuglinge, die rund um die Uhr von ihren Müttern getragen werden, seien daher nicht möglich. Trotz täglicher Beobachtungen der Bonobos durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Tierpflege und Tiermedizin sei der schlechte Ernährungszustand von Kasita nicht erkennbar und ihr Tod daher nicht absehbar gewesen.
Am Mittwoch hatte die Tierrechtsorganisation Peta wieder einmal schwere Vorwürfe nicht nur gegen die Wilhelma-Verantwortlichen, sondern gegen die Menschenaffenhaltung in Zoos generell erhoben: „Aufgrund der unnatürlichen und meist mangelhaften Haltungsbedingungen in Zoo-Gefangenschaft kommt es bei Menschenaffen immer wieder zu plötzlichen Todesfällen, Verhaltensstörungen und anderen Krankheiten – teils werden Babys auch von ihren Müttern verstoßen.“