US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Telegraph“ zur Rolle von König Charles III. im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt geäußert und dabei indirekt den britischen Premierminister Keir Starmer kritisiert.
Trump sagte gegenüber The Telegraph, er glaube, dass der britische Monarch in der Frage des Krieges gegen den Iran eine andere Haltung eingenommen hätte als die aktuelle Regierung in London. „Ich denke, er hätte eine ganz andere Position vertreten“, erklärte Trump. Gleichzeitig betonte er, der König halte sich – wie es seine Rolle verlange – aus politischen Entscheidungen heraus. Charles sei „ein großartiger Gentleman“ und ein „sehr guter Repräsentant“ für Großbritannien.
Spannungen zwischen USA und Großbritannien
Die Aussagen gelten als indirekter Angriff auf Premierminister Starmer. Dieser hatte sich geweigert, die USA militärisch im Iran-Konflikt zu unterstützen. Konkret blockierte die britische Regierung unter anderem die Nutzung des gemeinsamen Militärstützpunkts Diego Garcia für Angriffe und entsandte keine Schiffe zur Sicherung der Straße von Hormus.
Seitdem kommt es laut Bericht zu wiederholter Kritik Trumps an der britischen Regierung. Demnach soll es zuletzt auch keinen direkten Austausch mehr zwischen dem US-Präsidenten und Starmer gegeben haben.
König soll Beziehungen stabilisieren
Vor diesem Hintergrund gewinnt der geplante Staatsbesuch von König Charles in den USA an Bedeutung. Britische Diplomaten hoffen offenbar, dass der Monarch helfen kann, die angeschlagene Beziehung zwischen beiden Ländern zu stabilisieren.
Trump bezeichnete Charles im Interview als „Freund“ und betonte, dass der König nichts mit den aktuellen politischen Spannungen zu tun habe. Beide sollen laut diplomatischen Kreisen regelmäßig in Kontakt stehen und sich Briefe schreiben.
Politische Rolle des Monarchen begrenzt
Formell besitzt der britische König zwar das Recht, im Rahmen der sogenannten „Royal Prerogative“ Kriege zu erklären. In der Praxis ist diese Macht jedoch stark eingeschränkt. Politische Entscheidungen werden von der gewählten Regierung getroffen, nicht vom Monarchen.
Staatsbesuch mit Symbolkraft
Der Besuch von Charles in Washington wird sein erster als König sein. Geplant sind unter anderem ein Staatsbankett im Weißen Haus sowie eine Rede vor dem US-Kongress. Auch ein Besuch in New York gilt als wahrscheinlich.
Trump, der seit Jahren als Bewunderer der britischen Königsfamilie gilt, hob im Interview besonders seine persönliche Beziehung zu Charles hervor. Diese reicht laut eigener Aussage weit zurück. Bereits zu Zeiten von Königin Elizabeth II., die Trump mehrfach traf, zeigte der US-Präsident großes Interesse an der Monarchie.
Unklare Position im Iran-Konflikt
Während sich Charles in der Vergangenheit deutlich zur Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland positioniert hat, ist seine Haltung zum Iran-Konflikt bislang nicht öffentlich klar erkennbar.
Der Staatsbesuch könnte daher nicht nur diplomatisch, sondern auch politisch genau beobachtet werden.