TSV Heimsheim sucht Coach Auf dem Markt gibt es kaum Fußball-Trainerinnen

Vorreiterin: Marie-Louise Eta ist die erste Frau, die in Deutschland als Cheftrainerin einer professionellen Männer-Mannschaft arbeitet. Foto: dpa/Matthias Koch

Fußball-Chefinnen des TSV Münchingen und TSV Heimsheim freuen sich über Marie-Louise Eta von Union Berlin, erste Frau als Coach bei Profis. Das erhöhe die Präsenz von Frauen im Fußball.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Am 3. April wurde in Deutschland Fußball-Geschichte geschrieben: Marie-Louise Eta ist bei Bundesligist Union Berlin nach dem Aus von Coach Steffen Baumgart die erste Frau, die eine professionelle Männer-Mannschaft trainiert. Die Fußball-Chefinnen des TSV Münchingen, Eva Lauser, und des TSV Heimsheim, Amelie Heldmaier, haben die Nachricht mit Freude registriert.

 

„Das ist eine tolle Chance für den Frauen-Fußball“, sagt Amelie Heldmaier, die in Heimsheim in der Regionenliga kickt, „so steigt die Sichtbarkeit der Frauen im Fußball – und sie erlangt damit auch eine Vorbildfunktion.“ Eva Lauser vom Verbandsligisten aus Münchingen begrüßt die Entscheidung der Berliner Bosse. „Ein mutiger Schritt“, sagt die 40-Jährige, „das könnte Frauen ermutigen, verstärkt den Job als Fußball-Trainerin zu suchen.“

Eva Lauser (hi.) leitet die Frauen-Fußball-Abteilung des TSV Münchingen und spielt beim TSV II in der Landesliga. Foto: Pressefoto Baumann

Noch immer sind Frauen in der Gilde der Coaches deutlich unterrepräsentiert, nicht nur im Profi-Bereich. In der Region sucht man Frauen als Trainerin von Männer-Teams vergebens – selbst in Frauen-Ligen sind Trainerinnen eine Rarität. Auch beim TSV Münchingen und dem TSV Heimsheim sitzen Männer auf der Bank, wenn die Frauen um Punkte kämpfen. Warum das so ist, da können Lauser und Heldmaier nur spekulieren.

Die Fußballerinnen des TSV Heimsheim spielen in der Regionenliga und haben 2025 den Bezirkspokal gewonnen. Foto: Pressefoto Baumann

„Der Pool an Frauen, die die nötigen Lizenzen oder Trainerscheine besitzen“, sagt die 26 Jahre alte Amelie Heldmaier, „ist noch sehr klein, deshalb ist die Auswahl nicht groß. Vielleicht fehlen ihnen Vorbilder oder auch die nötige Zeit.“ Eva Lauser schlägt in die gleiche Kerbe: „Der Markt an Fußball-Trainerinnen ist sehr begrenzt. Wenn wir einen Coach suchen, melden sich eigentlich ausschließlich Männer.“ Eine Faktum, mit dem auch Amalie Heldmaier bald Bekanntschaft machen könnte – der TSV Heimsheim baut gerade eine zweite Frauen-Mannschaft auf und sucht einen Trainer. „Das Geschlecht spielt für uns keine Rolle“, betont sie.

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