Tüv Süd in der Kritik Neue Hürden für Fahrprüfungen – Verkehrsminister Hermann äußert sich

Winfried Hermann ist seit 2011 Verkehrsminister von Baden-Württemberg. Foto: dpa/Bernd Weißbrod

In Stuttgart brechen zwei Abfahrtsorte für Fahrprüfungen weg. Winfried Hermann erklärt, warum sich sein Landesverkehrsministerium eingeschaltet hat. Der Tüv Süd will mit der Stadt nach Lösungen suchen.

Auto-Team: Rouven Spindler (rsp)

In Stuttgart fallen zwei Abfahrtsorte für Fahrprüfungen weg – was zur Folge hat, dass ab Montag alle Fahrschulen mit ihren Schülern am Startpunkt in Feuerbach starten. Und die einzige Alternative lautet künftig Filderstadt. Das jedenfalls geht aus Mitteilungen des Tüv Süd an die Fahrschulen im Bereich Stuttgart hervor, die unserer Redaktion vorliegen.

 

Fahrschulen sowie der Fahrlehrerverband (FLV) Baden-Württemberg und der Bundesverband deutscher Fahrschulunternehmen (BDFU) kritisieren den für die Prüfungen zuständigen Verein. Die Verbände prognostizieren durch die Reduzierung der Abfahrtsorte, auch Wechselplätze genannt, steigende Führerscheinkosten. Sie und die Fahrschulen befürchten auch unter anderem ein Chaos an der Krailenshaldenstraße in Feuerbach, wenn dort all die Prüfungsfahrzeuge und Fahrschüler zusammenkommen.

Ministerium und Tüv Süd im Austausch

Nach eigenen Angaben haben sich die beiden Verbände und Fahrschulen bereits an das von Winfried Hermann (Grüne) geleitete Landesverkehrsministerium gewandt. Wie die Pressestelle auf Nachfrage mitteilt, sei das „Verkehrsministerium unmittelbar nach Bekanntwerden des Wegfalls der Prüfungsplätze Ende März 2025 aktiv geworden. Es fand bereits ein Gespräch mit den Verantwortlichen des Tüv Süd im Gebiet Stuttgart zu diesem Thema statt.“

Auch Hermann selbst äußert sich dazu. „Wir haben uns eingeschaltet, weil wir meinen, dass es einen einfachen und unbürokratischen Weg geben muss. Einen höheren Aufwand bezahlen am langen Ende diejenigen, die den Führerschein machen“, teilt der Landesverkehrsminister mit.

„Die rechtlichen Einflussmöglichkeiten des Ministeriums bei der Ausgestaltung der Wechselplätze sind aber begrenzt: Sie sind weder rechtlich definiert, noch müssen sie in irgendeiner Form durch das Verkehrsministerium genehmigt werden“, erklärt das Landesverkehrsministerium, das bestätigt, dass der Tüv Süd zu einer Kontaktaufnahme mit der Stadt Stuttgart bereit ist.

Ein Tüv-Süd-Sprecher teilte zuvor mit, dass der Prüfverein dem Ministerium zugesagt habe, mit der Stadt Stuttgart über alternative Örtlichkeiten zu sprechen und eventuell die Zahl der Wechselplätze wieder zu erhöhen. Weiter hieß es: „Wenn sich sinnvolle Optionen für uns ergeben, werden wir diese nutzen.“

Fahrlehrerverband: Tüv Süd hat auf Vorschläge nicht reagiert

Hermann begrüßt laut seinem Ministerium die Bereitschaft des Tüv für den Austausch und hofft darauf, dass die Stadtverwaltung selbst konstruktive Vorschläge macht.

Der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg stand nach eigenen Angaben mit dem Tüv Süd in Kontakt, bevor dieser die Fahrschulen über die Änderungen informierte. Er habe andere Abfahrtsorte genannt, sagt der FLV-Vorsitzende Jochen Klima, doch „es wurde auf unsere Alternativvorschläge nicht reagiert“. Der Tüv Süd äußert sich derzeit zu diesen und weiteren Punkten nicht.

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