TVB Stuttgart Misha Kaufmann lässt lieber die Mannschaft sprechen

Der überragende Torben Matzken jubelt mit Jakob Nigg (li.) – der TVB lieferte das dringend nötige Ergebnis. Foto: Baumann/Julia Rahn

Das Team des TVB Stuttgart lässt auf dem Spielfeld Taten sprechen, der Trainer Misha Kaufmann gibt sich nach dem 35:26 gegen GWD Minden dagegen zunächst wortkarg. Das sind die Gründe.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Misha Kaufmann ist ein kommunikativer Mensch, der bereitwillig und umfassend Auskunft gibt. Nach dem 35:26 (22:10) gegen Aufsteiger GWD Minden gab sich der Trainer des Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart bei seinem Eingangs-Statement auf der Pressekonferenz jedoch wortkarg: „Ich habe in den letzten Woche so viel gesprochen. Ich habe kein Bedürfnis dazu. Meine Mannschaft hat das gemacht, da braucht es keinen Kommentar.“

 

Ein wenig klang bei diesen Sätzen auch durch, dass ihm der bisherige Saisonverlauf in der Öffentlichkeit zu sehr an den Ergebnissen (4:18 Punkte bis zum Spiel gegen Minden) festgemacht wurde. „Es ist die schreckliche Wahrheit, die die Medien verdrängen, dass wir erstmals seit sechs Tagen mit dem gleichen Innenblock trainieren können. Das konnten wir die letzten vier Monate nicht und das bringt Automatismen rein“, sagte Kaufmann auf Nachfrage nach seiner diesmal stabileren Defensive – und ergänzte: „Wir mussten viel schlucken in den letzten Wochen. Ich bin froh, dass meine Mannschaft so ein Statement gesetzt hat. Nach dieser schwierigen Phase war das nicht selbstverständlich.“

Misha Kaufmann gelang mit dem TVB der zweite Saisonsieg. Foto: Baumann/Julia Rahn

Zu einer gefestigten Hintermannschaft trug beim zweiten Saisonsieg auch Torwart Miljan Vujovic bei, der vor den 3885 Zuschauern in der Porsche-Arena insgesamt elf Paraden zeigte. Was nichts daran ändert, dass an der Gerüchteküche für die neue Saison der dänische Keeper Bertram Obling (VfL Gummersbach) gehandelt wird.

In Lenny Rubin stand zudem erstmals nach seiner Fußverletzung vor sieben Wochen eine weitere wichtige Alternative für Abwehr und Angriff zu Verfügung. Der 29-jährige Schweizer feierte nicht nur wegen seiner drei Tore ein überzeugendes Comeback.

Überhaupt spricht in nächster Zeit einiges für den TVB. Zumal auch Spielmacher Max Häfner (Mittelhandbruch) Anfang Dezember zurückerwartet wird, und das vor Wochen noch proppenvolle Lazarett sich dann endgültig gelichtet hat. Vor allem der gegen Minden überragende Torben Matzken, aber auch der ebenfalls starke Simone Mengon, werden von Max Häfners Rückkehr profitieren, da die beiden zentralen Rückraumspieler dann öfter Verschnaufpausen bekommen können, die ihnen mit Blick auf ihre enorm kräftezehrende Spielweise gut tun.

Dennoch weiß jeder, dass nach den beiden (Pflicht)-Heimsiegen gegen die Aufsteiger Bergischer HC und GWD Minden weitere doppelte Punktgewinne gegen Gegner wie HC Erlangen (28. November/auswärts), HSG Wetzlar (4. Dezember) und SC DHfK Leipzig (7. Dezember/beide daheim) folgen sollten.

Ob das „Muss-Spiele“ sind, wurde Kaufmann gefragt. „Ich würde sie so nicht nennen. Für mich ist alles ein Muss. Ich muss nicht, ich will. Das ist ein Unterschied. Und meine Mannschaft will auch. Wir wollen uns entwickeln, wir wollen besser werden. Ob das Muss-Spiele sind oder nicht, interessiert mich sehr wenig. Ich will meine Mannschaft morgen wieder ein Stückchen besser machen, übermorgen auch, dann schauen wir, was dabei heraus kommt.“

Saison 2025/26

Ergebnisse
TVB – HSV Hamburg 33:36, SG Flensburg-Handewitt – TVB 29:29, TVB – Bergischer HC 35:28, SC Magdeburg – TVB 32:23, TVB – Frisch Auf Göppingen 28:28, VfL Gummersbach – TVB 33:26, TV Emsdetten – TVB (30:35/DHB-Pokal zweite Runde), TVB – MT Melsungen 29:31, TBV Lemgo Lippe – TVB 32:30, TVB – Füchse Berlin 30:36, Rhein-Neckar Löwen – TVB 38:34, TVB – SG Flensburg-Handewitt (29:36/DHB-Pokal-Achtelfinale), ThSV Eisenach – TVB 28:24, TVB – GWD Minden 35:26.

Termine
HC Erlangen – TVB (28. November, 19 Uhr), TVB – HSG Wetzlar (4. Dezember, 19 Uhr), TVB – SC DHfK Leipzig (7. Dezember, 19 Uhr), THW Kiel – TVB (10. Dezember, 19 Uhr), TSV Hannover-Burgdorf – TVB (14. Dezember, 16.30 Uhr), TVB – VfL Gummersbach (21. Dezember, 16.30 Uhr), MT Melsungen – TVB (26. Dezember, 17.30 Uhr). (jüf)

Weitere Themen

Weitere Artikel zu TVB Stuttgart Handball-Bundesliga