TVB Stuttgart Warum haben Sie noch keinen neuen Club, Lenny Rubin?
Vor dem Duell am Donnerstag (19 Uhr/Porsche-Arena) mit den Rhein-Neckar Löwen spricht Rückraumspieler Lenny Rubin über die aktuelle Lage beim TVB Stuttgart und seine offene Zukunft
Vor dem Duell am Donnerstag (19 Uhr/Porsche-Arena) mit den Rhein-Neckar Löwen spricht Rückraumspieler Lenny Rubin über die aktuelle Lage beim TVB Stuttgart und seine offene Zukunft
S Handball-Bundesligist TVB Stuttgart erwartet am Donnerstag (19 Uhr/Porsche-Arena, 5400 Tickets sind weg) die Rhein-Neckar Löwen. TVB-Torjäger Lenny Rubin gibt Einblicke.
Herr Rubin, nach ihren zehn Treffern in Hamburg fehlen Ihnen noch vier zu ihrem 1000. Bundesligator. Das dürfte Ihnen bekannt sein?
Ja, nachdem unser Flug am Sonntagabend aus Hamburg gecancelt wurde, habe ich es auf unserer langen Rückreise im Zug erfahren. Ein schwacher Trost, ich hätte bei unserem 26:31 beim HSV lieber kein Tor gemacht – und dafür das Spiel gewonnen.
Die vier Tore packen Sie aber am Donnerstag gegen die Löwen?
Ach, so wichtig ist mir das gar nicht. Dennoch ist es etwas Spezielles, wenn man in der Bundesliga 1000 Tore erzielt. Das hätte ich nie gedacht, als ich 2018 nach Deutschland gekommen bin.
Zehn, acht, sieben, acht, neun – so lautet Ihre Torausbeute aus den vergangenen fünf Spielen. Woran liegt der Aufwärtstrend?
Ich bekomme viel Vertrauen und viele Einsatzzeiten. Ich bin ein Spieler, der dieses Vertrauen braucht. Das spüre ich jetzt, und dann kann ich auch richtig gut spielen. Natürlich spielen auch Verletzungen bei uns im Team mit rein, dass ich eine größere Rolle übernehme.
Warum hatten Sie unter Ihrem Schweizer Landsmann Misha Kaufmann eine gewisse Zeit das Vertrauen nicht gespürt?
Das kann ich selbst nicht so genau sagen. Zu Saisonbeginn hat auch meine Leistung nicht gestimmt, und andere Spieler haben es gut gemacht. Dann kam der Syndesmosebandriss hinzu, der mich zwei Monate auf Eis legte. In der EM-Pause habe ich mich entschieden, meinen Vertrag beim TVB nicht zu verlängern. Danach habe ich vielleicht auch deshalb zunächst wenig gespielt, was aber normal ist.
Jetzt haben Sie einen richtig guten Lauf, warum haben Sie noch keinen neuen Verein?
(lacht) Das müssen Sie nicht mich fragen, sondern die Vereine. Es gibt ein paar Optionen, ich habe mich aber noch nicht entschieden.
War oder ist nach dem Kreuzbandriss von Marco Mengon nicht doch noch ein Verbleib von Ihnen in Stuttgart denkbar?
Offiziell war es nie ein Thema. Ich habe mich im Januar entschieden, den Verein zu verlassen, dann noch mal zurückzurudern wäre nicht das Richtige.
Es heißt, den Kadetten Schaffhausen seien Sie zu teuer?
Wer sagt das denn? Das sind Gerüchte, die kursieren. Wobei ich sagen muss, ich würde schon noch gerne ein paar Jahre in Deutschland Handball spielen. Zurück in die Schweiz könnte ich danach immer noch.
Bei der TSV Hannover-Burgdorf waren Sie auch ein Thema. Die Recken haben sich aber für Sebastian Heymann entschieden.
Das muss man dann respektieren. Aber ich mache mir keine Sorgen. Ich denke, in wenigen Wochen wird es was zu vermelden geben.
Was nehmen Sie mit aus Stuttgart?
Das waren zwei sehr intensive Jahre. Vergangene Saison mussten wir bis zur letzten Sekunde zittern, diese Abstiegsangst war das Härteste, was ich in der Bundesliga erlebt habe. Das haben wir uns alle ganz anders vorgestellt. Dieses Jahr mit neuem Coach, neuen Spielern haben wir uns in der Liga etabliert. Auch wenn einiges mehr drin gewesen wäre – der Verein befindet sich auf einem guten Weg, ich war Teil der Entwicklung. Und wir haben ja noch vier Spiele, die wir am liebsten alle gewinnen wollen.
Wie schwer wird es gegen die Löwen?
Das ist immer speziell. Diese Saison haben wir dort auswärts verloren. Da haben wir eine Rechnung offen. Wir spielen zu Hause, wir sind sehr heimstark - und wollen ein ganz anderes Gesicht zeigen, als in Hamburg.
Um den ersten Auswärtssieg der Saison zu landen, haben Sie danach nur noch eine einzige Chance.
Ich weiß, das wollen wir am 3. Juni bei Frisch Auf Göppingen schaffen. Aber jetzt konzentrieren wir uns erst einmal auf die Löwen.
Vita Lenny Rubin wurde am 1. Februar 1996 in Dormagen geboren. Er spielte bis 2018 in der Schweiz für Wacker Thun. 2018 wechselte der 2,05-Meter-Riese zur HSG Wetzlar. Im Sommer 2024 ging es für den Rückraumspieler zum TVB Stuttgart. Für die Schweizer Nationalmannschaft erzielte er in 86 Länderspielen 327 Tore.
Persönliches Lenny Rubin ist der Sohn des früheren Schweizer Nationalspielers (239 Länderspiele) und Trainers Martin Rubin. Während dessen Zeit bei Bayer Dormagen kam Lenny zur Welt. (jüf)