U-5-Verlängerung in Leinfelden-Echterdingen Schienenverbindung bis Echterdingen wird weiter geplant

Leinfelden ist mit der Verlängerung der U 5 gut an den Nahverkehr angebunden – und ein kleiner Schritt in Richtung Echterdingen ist damit auch gemacht. Foto: /Philipp Braitinger/Archiv

Die Verlängerung der U 5 in Leinfelden ist fast fertig, in zehn Tagen geht die Strecke in Betrieb. Aber wann fährt die Stadtbahn bis nach Echterdingen?

Es geht voran. Die U 5 fährt demnächst die neue Haltestelle „Neuer Markt“ an. Die Gleise dafür wurden vom Bahnhof Leinfelden rund 700 Meter weiter Richtung Osten verlegt. Damit erhält auch das Neubaugebiet Schelmenäcker eine Schienenanbindung nach Stuttgart. Leinfelden-Echterdingen beteiligt sich an den Betriebskosten, was mit 80 000 bis 90 000 Euro jährlich zu Buche schlagen dürfte. Einem entsprechenden Vertrag mit der Stadt Stuttgart hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einhellig zugestimmt.

 

„Es ist ein weiterer Meilenstein für den ÖPNV in Leinfelden-Echterdingen“, sagte der Oberbürgermeister Otto Ruppaner angesichts der bevorstehenden Streckeneröffnung. Am 17. Oktober soll der neue Abschnitt offiziell in Betrieb gehen. Allerdings lasse sich Leinfelden-Echterdingen die 700 Meter auch einiges kosten, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Erich Klauser mit Blick auf den Betriebskostenzuschuss: „Wir müssen da tief in die Tasche greifen.“ Ein fester Betrag wird in der sogenannten Interkommunalen Vereinbarung mit Stuttgart nicht genannt. Aber es ist die Rede davon, dass Leinfelden-Echterdingen das Betriebskostendefizit der neuen Strecke mitfinanziert. Den Kosten werden die Erlöse gegenübergestellt. Wenn die neue Haltestelle gut angenommen wird, fällt das Defizit geringer aus. Wird sie nur von wenigen Fahrgästen genutzt wird, muss die Stadt mehr bezahlen.

SSB: Verlängerung bis Echterdingen bis 2029

Der ganz große Wurf ist die Verlängerung bis ans östliche Ende von Leinfelden freilich noch nicht. Es gibt seit Jahren Überlegungen, die U 5 vorbei am Sportpark Goldäcker entlang des Hainbuchenwegs bis in den Ortskern von Echterdingen zu verlängern. Ein kleiner Schritt dahin ist nun aber gemacht. „Jeder Meter Richtung Echterdingen ist ein richtiger und wichtiger Meter“, brachte es Eberhard Wächter, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, auf den Punkt. Die Planungen laufen laut der Stadt. „Die Abstimmungen für die Planung der Osttangente sowie die Erarbeitung der dazu erforderlichen Gutachten sind in vollem Gange“, erklärte der Bürgermeister Benjamin Dihm.

Im vergangenen Jahr hielten die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) eine Inbetriebnahme der U-5-Verlängerung bis Echterdingen bereits im Jahr 2029 für möglich. Die Stadtverwaltung war etwas vorsichtiger und meint, dass die neue Strecke Ende 2032 eröffnet werden könnte. Und eine Beteiligung am Betriebskostendefizit wäre auch auf dieser Strecke fällig. Hinzu kommt, dass die Verlängerung nach Echterdingen umfassende Straßenbauarbeiten voraussetzen würde. Denn die U-5-Gleise würden nach derzeitiger Planung die S-Bahnunterführung der Max-Lang-Straße nutzen. Es müsste also vor dem Gleisbau eine neue Straße, ein weiterer Teil der Osttangente, gebaut werden.

Am 10. Dezember wird der Chefplaner der SSB, Volker Christiani, den neuesten Planungsstand, die Investitionskosten sowie das zu erwartende Betriebskostendefizit im Technischen Ausschuss von Leinfelden-Echterdingen erläutern. Zudem soll eine Kosten-Nutzen-Analyse für verschiedene Planfälle vorgetragen werden. Anschließend könnte dann beschlossen werden, wie es genau weitergehen soll.

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