Ufa-Palast in Stuttgart verkauft Das Comeback eines Kinos wird ausgeschlossen

Der Ufa-Palast ist im Juni vergangenen Jahres geschlossen wird. Möglicherweise wird aus dem Gebäude ein Wohnhaus. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Der Ufa-Palast ist im Juni vergangenen Jahres geschlossen wird. Möglicherweise wird aus dem Gebäude ein Wohnhaus. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Nach 24 Jahren hat Stuttgarts Ufa-Palast im Juni 2020 für immer geschlossen. Die neuen Besitzer – es ist die Isaria Projektentwicklungs GmbH – denken künftig an eine „Mischnutzung“. Ein Großkino gehört nicht zu ihren Plänen.

Lokales: Uwe Bogen (ubo)

Stuttgart - Das Großkino mit 13 Sälen steht im Nordbahnhofviertel von Stuttgart seit neun Monaten leer. Filme werden hier wohl nicht mehr laufen: An eine „Mischnutzung“, sagt Willi Brand, Sprecher der Isaria München Projektentwicklungs GmbH, auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung denken die neuen Besitzer des Ufa-Filmpalasts im Nordbahnhofviertel. Isaria hat das Areal von der Soravia Group gekauft. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Mischnutzung könnte aus Wohnungen und Büros bestehen.

Die Projektentwickler aus Bayern sind bereits in Stuttgart aktiv

„Wir werden jetzt die Pläne entwickeln“, sagt Brand. Mit umfangreichen Umbauarbeiten sei zu rechnen. Das Areal des geschlossenen Großkinos gehört zum Umfeld des neuen Quartiers, das im Rahmen von Stuttgart 21 entsteht. In der Nähe sind die Projektentwickler aus Bayern bereits aktiv: Auf drei Baufeldern entsteht unter dem Titel Rosenstein Trio ein Mix aus Büros, Einzelhandel, frei finanzierten Wohnungen und sogenannten Mikro-Apartments. Außerdem gehört Isaria das Grundstück Rosensteinstraße 12.

Die Entscheidung, das Multiplex-Kino nach 24 Jahren für immer zu schließen und 40 Mitarbeitern die Kündigung zu schicken, ist den Betreibern des Ufa-Palast sehr schwergefallen“, wie damals Frederic Riech, der Enkel des einstigen „Kinokönigs“ Heinz Riech, versicherte. An drei anderen Standorten mache er mit den dortigen Ufa-Palästen weiter. Andernorts seien Hausbesitzer bereit gewesen, die Miete nachzulassen – nicht aber in Stuttgart. „Wir haben bis zuletzt hart verhandelt“, berichtet Riech, „doch die Stuttgarter Eigentümer wollten keinen Nachlass gewähren.“




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