Umzug ans Löwentor Neues Domizil für die Stuttgarter Kfz-Zulassungsstelle

Die Kfz-Zulassungsstelle zieht 2025 in dieses Gebäude am Löwentorbogen um. Foto: LICHTGUT

Die Stuttgarter Kfz-Zulassungs- und die Führerscheinstelle werden von Feuerbach nach Bad Cannstatt verlegt. Wird das helfen, die teils chaotischen Zustände in der Zulassungsstelle zu bessern?

Die wegen langer Warteschlangen und schleppendem Service in Verruf geratene Zulassungsstelle der Stadt Stuttgart mit ihren 144 Arbeitsplätzen zieht gemeinsam mit der Führerscheinstelle von der Krailenshaldenstraße in Feuerbach in ein Bestandsgebäude an den Löwentorbogen 11 nach Bad Cannstatt. Die Anmietung erfolgt am 1. Januar 2025 und ist langfristig angelegt. Der Vertrag läuft über 20 Jahre mit einer Option auf eine Verlängerung von fünf Jahren. Damit sind alle anderen Planspiele mit Alternativstandorten beendet.

 

Dienststellen blieben geschlossen

Der Dienstag blieb ein Tag ohne Beschwerden darüber, dass man sich als zahlender Kunde mehrere Stunden vor Dienstbeginn in eine Schlange einreihen muss, um überhaupt erst einmal an den Apparat zu kommen, der Nummern für einen Schalterbesuch ausspuckt. Es war auch keine Rede von den missglückten Versuchen, ein solches Ticket ziehen zu können und von gewalttätigen Auseinandersetzungen, weil die Nerven vieler Wartenden blank liegen. Das lag allerdings nicht an einem kurzfristig optimierten Service im EDV-Bereich, der Online-Terminreservierungen zuließ – der Grund war, dass die beiden Stellen am Dienstag laut städtischer Internetseite einfach erst gar nicht geöffnet hatten. Besserung ist in Sicht, in technischer Hinsicht durch die Einrichtung einer neuen Software, aber vor allem durch den Umzug in ein Bürogebäude, das den Beschäftigten moderne und zeitgemäße Arbeitsplätze und -bedingungen garantiert – für die Akquise von neuem Personal ein nicht zu unterschätzender Faktor ist, wie der Gesamtpersonalrat nicht müde wird zu betonen. Den Beschluss fasste am Mittwoch der Verwaltungsausschuss, indem er der Anmietung des Löwentorbogens 11 zugestimmt hat. Das geschah hinter verschlossenen Türen, weil die Miethöhe von 750 000 Euro 2025 und von 1,42 Millionen in den folgenden Jahren nicht kommuniziert werden soll. Die Büromiete beträgt 17,90 Euro brutto pro Quadratmeter, für die Stellplätze werden in der Tiefgarage 100 und für einen oberirdischen Stellplatz 90 Euro angesetzt. Es wird eine mietfreie Zeit von sieben Monaten gewährt (675 000 Euro).

1,42 Millionen Euro Miete pro Jahr

Die Stadtverwaltung betont in ihrer Vorlage, der bisherige Standort Krailenshaldenstraße 30 und 32 sei seit Jahren wegen der baulichen Defizite in der Diskussion. Sie verweist auf Defizite beim energetischen Zustand, bei Barrierefreiheit, Brandschutz, Raumstruktur und Platzbedarf.

2020 und 2022 seien deshalb für die Führerscheinstelle im angrenzenden TÜV-Gebäude je ein Stockwerk mit 400 Quadratmeter Bürofläche gemietet worden. Würde man an diesem Standort bleiben, müsste man erheblich investieren. Ein Umbau unter laufendem Betrieb sei aber unmöglich, heißt es, weshalb man als Alternativen einen Neubau auf dem Grundstück Krailenshaldenstraße 32, dem Erwerb des Gebäudes Leitzstraße 4 in unmittelbarer Nähe oder eben eine Anmietung ins Auge gefasst hat.

Standort neben der Polizei

Wegen des Kundenverkehrs an Thekenarbeitsplätzen ergaben sich besondere Anforderungen an den Grundriss. Herkömmliche Bürogebäude waren ungeeignet, weshalb man nun umso zufriedener ist, mit dem Objekt Löwentorbogen neben dem Gebäude der Polizeidirektion Stuttgart II eine gute Lösung gefunden zu haben.

Hervorgehoben wird die Nähe zur bestehenden Zulassungs- und Führerscheinstelle. Die Anfahrt mit dem Fahrzeug sei vergleichbar, die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist bei Fußwegen von 350 und 550 Metern gut. Angemietet werden die drei unteren Etagen über rund 5000 Quadratmeter Fläche. Dort lasse sich das Raumprogramm für die Stellen sinnvoll unterbringen, hat die Untersuchung einer vom Vermieter beauftragten Architektin ergeben. Es würden nicht nur alle aktuellen Bedarfe erfüllt, es gebe auch Lagerflächen und sogar Erweiterungsmöglichkeiten. Die Umbauarbeiten übernimmt der Vermieter, die Hamburgische Immobilien Handlung HIH Real Estate GmbH. Das Gebäude wurde 2013 erstellt und wird über den im Mittelbau befindlichen Eingang und die Treppenhäuser erschlossen. Die Aufteilung in zwei Gebäudeflügel ermöglicht eine sinnvolle Aufteilung der Dienststellen und die Steuerung der Kundenströme. Über Einrichtung und Ausstattung der Räume „für den umfangreichen Publikumsverkehr“ brütet man derzeit im Haupt- und Personalamt. Über die Kosten wird der Gemeinderat separat informiert.

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