Ungeklärter Mordfall Wer töteteChristine Piller?

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Vor 29 Jahren ist im Odenwald eine junge Frau erstochen worden. Der Täter ist bis heute unentdeckt. Nun sucht die Polizei neue Hinweise.

Am Abend des 23. Januar 1986 ist Christine Piller zum letzten Mal lebend gesehen worden. Ein Hund wie dieser klemmte im Auto. Foto: Gottfried Stoppel 7 Bilder
Am Abend des 23. Januar 1986 ist Christine Piller zum letzten Mal lebend gesehen worden. Ein Hund wie dieser klemmte im Auto. Foto: Gottfried Stoppel

Mosbach - Vielleicht weist der Cowboy den Weg zum Mörder. Er müsste eigentlich auffallen in seinem knallroten Hemd und seiner stahlblauen Jeans. Über der rechten Schulter einen Sattel, in der linken Hand ein Brandeisen. Sehr lässig und – sehr süß. Der Cowboy misst sechs Zentimeter mit Hut. Vor ungefähr 30 Jahren waren die kleinen Rinderhirten ein Werbegeschenk der Firma Levis. Einer von ihnen baumelte an Christine Pillers Schlüsselbund, bis sie umgebracht wurde.

Im März 1986 ist Christine Pillers Leiche in einem Wald bei Gundelsheim gefunden worden. Der Schlüsselbund war verschwunden, auch vom Cowboy gab es keine Spur. Vielleicht hat ihn der Mörder behalten. Sollte das dann nicht jemand bemerkt haben: Wenn einer plötzlich einen Schlüsselanhänger hat, den die Polizei öffentlich sucht? Das könnte ein wertvoller Hinweis sein, auch 29 Jahre nach dem Verbrechen.

Die Ermittler in Heilbronn haben den Fall nie zu den Akten gelegt, natürlich nicht. Mord verjährt nicht. All die Jahrzehnte haben sie versucht, die vielen Puzzleteile, die sie während der Fahndung gesammelt haben, zu einem Bild zusammenzusetzen. In den vergangenen Wochen sind sie dabei auf Erkenntnisfetzen gestoßen. Es handle sich noch um recht ungesicherte Informationen, ganz zarte Ermittlungsansätze, wie die Beamten nicht müde werden zu betonen. Nur keine zu hohen Erwartungen wecken.

Sie kommt nie am Treffpunkt an

Auf jeden Fall suchen sie jetzt wieder Puzzleteile. Die Kommissare werten jede Spur von damals neu aus. Die Spezialisten im Landeskriminalamt unterziehen alle Fundstücke neuen, hochmodernen Analysen. Und die Ermittler suchen neue Zeugen. Vielleicht lassen sich die Lücken in dem Bild doch noch schließen.

Der Tag, an dem Christine Piller zum letzten Mal lebend gesehen wird, ist der 23. Januar 1986. Gemeinsam mit einer Kollegin verlässt die 19-Jährige am Abend dieses Donnerstags das Mosbacher Modehaus, in dem sie arbeitet. Auf dem Parkplatz verabschieden sich die Frauen voneinander. Christine Piller steigt in ihren goldbraun-metallic-farbenen Ford Fiesta und macht sich auf den Weg nach Neckarelz. Dort ist sie um 18.15 Uhr mit dem Bruder ihres Freundes verabredet. Sie hat ihm versprochen, dass sie ihn mit heim nach Aglasterhausen nimmt. Doch Christine Piller kommt nie am Treffpunkt an.

Ihre Mutter ahnt sofort, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Ihre Tochter bleibt nicht über Nacht weg, ohne Bescheid zu geben. Doch als Frau Piller am Morgen des 24. Januar in Christines Zimmer schaut, ist es leer. Die Mutter ruft beim Freund ihrer Tochter an. Dort ist sie nicht. Sie wählt die Nummern von Christines Freundinnen. Sie ist bei keiner. Auch ihr Chef im Modehaus in Mosbach weiß nicht, wo Christine sein könnte. Früher zur Arbeit ist sie zumindest nicht gekommen.

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