Unnötiges 1:2 beim HSV Zu viel Rotation: der VfB verteilt verfrühte Weihnachtsgeschenke

Enttäuschte Gesichter beim VfB nach der Niederlage beim HSV bei Badredine Bouanani, Jeff Chabot und Bilal El Khannouss (v.li.). Foto: IMAGO/STEINSIEK.CH

Oft hat der VfB-Trainer Sebastian Hoeneß mit seinen Spielerrochaden ein gutes Händchen beweisen. Beim 1:2 gegen den Hamburger SV ging der Schuss nach hinten los.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Am Ende glich das mit 57.000 Fans pickepackevolle Hamburger Volksparkstadion einem Tollhaus, denn der Erstliga-Aufsteiger HSV hatte den Europapokal-Teilnehmer VfB im Duell der Traditionsclub durch einen Treffer von Fabio Viera in der vierten Minute der Nachspielzeit überraschend doch noch mit 2:1 aufs Kreuz gelegt. Überraschend deshalb, weil diesmal nicht die bessere, sondern die cleverer agierende Mannschaft gewonnen hatte. Das war Balsam für die krisengebeutelte HSV-Fanseele, für den Underdog.

 

Tatsächlich hat der VfB beim HSV diesmal sehr viele Gastgeschenke zu Beginn der Adventszeit verteilt. „Ja, ist denn schon Weihnachten?“, das hätte der deutsche Fußballkaiser Franz Beckenbauer selig nach so einer Partie sicherlich gefragt. Dabei gipfelte die Liste der Stuttgarter Unzulänglichkeiten in der Szene ganz zum Schluss, als zwischen Angelo Stiller und Deniz Undav bei einem Freistoß die Kommunikation nicht stimmte – und Ersterer somit dem Gegner den Ball vorlegte. Hamburg nutzte den Konter eiskalt zum umjubelten Siegtreffer durch Viera.

Lange hatte der Trainer Sebastian Hoeneß ja in Sachen Rotation ein sehr glückliches Händchen bewiesen. Erinnert sei nur an die zwei Spiele gegen Mainz in Bundesliga und Pokal, als der VfB-Chefcoach mal elf und dann zehn frische Spieler brachte. Doch diesmal ging der Schuss nach hinten los.

Im Volkspark standen sieben Neue im Vergleich zur Europa League in Deventer in der VfB-Startelf. Weil sich zahlreiche Leitwölfe wie Angelo Stiller, Deniz Undav, Atakan Karazor und Jamie Leweling darunter befanden, war dies unterm Strich zu viel für das Teamgefüge, das aus der Balance geriet. Das war nach Stillers Fauxpas das VfB-Geschenk Nummer zwei an den HSV. Denn bei den Gästen fehlte so gerade in der ersten Halbzeit vor allem offensiv die Spielidee, ehe Hoeneß dieses Manko mit der sukzessiven Einwechslung seiner Leader behob.

Unterm Strich stand also eine Niederlage beim Hamburger SV, die so nicht hätte sein müssen. Da der VfB in dieser Runde aber zuvor viele enge Spiele auf seine Seite gezogen hat, lässt das Punktekonto in der Bundesliga einen solchen Ausrutscher einmal zu. Mund abputzen und weiter machen, so lautet daher das Motto mit Blick auf das Pokalspiel an diesem Mittwoch (18 Uhr) beim VfL Bochum.

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