Unter 30: Nico und Noah von Organisation „Unsere Musik muss man vor allem live hören“

Nicolas Rebmann (22) und Noah Junker (20) sind „Organisation“. Foto: /Maya

Die junge Stuttgarter Electropunk-Band „Organisation“ veröffentlicht Ende Juni ihre Debüt-EP „Neue Aggression“ mit Release-Party im Kulturbunker. Achtung, es wird laut!

„Das schönste Gefühl ist es, von Noah auf der Bühne angeschrien zu werden.“ Seit 2023 lautet die Devise von Nicos und Noahs Electropunk-Projekt „Organisation“: Hauptsache, es knallt. „Uns geht’s nicht um einen cleanen, ausproduzierten oder virtuosen Sound. Es soll vor allem laut sein.“ Kennengelernt haben sich die beiden im Gymnasium, im Hallschlag. „Started from the bottom“ scherzen sie. „Damals hatte Nico mit einem anderen Atzen eine Band und ich bin als Gitarrist dazu gekommen“, erklärt Noah. Mit dem ehemaligen Progressive Rock-Trio ging’s jedoch schnell zu Ende. „Wir hatten zu unterschiedliche Vorstellungen davon, was wir machen wollen. Es hat sich dann mit Alkohol im Sande verlaufen.“

 

„Auf die Fresse“

Das wiederum war der Startschuss für neue musikalische Wege: 2023 entstand im gemeinsamen Italienurlaub die Idee zu Organisation. „Wir haben beide viel Electropunk gehört zu dieser Zeit und gedacht: Ey, das können wir auch – und vor allem besser.“ Der passende Bandname stand auch schnell fest: Organisation. Warum? Jede:r kann etwas damit verbinden, das Wort funktioniert auf verschiedenen Sprachen. Nico fasst zusammen: „Es ist einfach der perfekte Bandname.“ Dem hat Noah nichts hinzuzufügen.

Die ersten Organisation-Songs wie„Dynamite Dancer“ oder „Take A Toke“ sind englischsprachig. Seit 2024 schreibt Noah nur noch auf deutsch. „Das passt einfach besser zur Musik, die wir machen.“ Mehr „auf die Fresse“, um ein weiteres Buzzword für den typischen Organisation-Sound zu nennen.

Alle Tracks entstehen zwischen Stuttgart und Wien, wo Nico aktuell studiert – meist im Bedroom-Studio, in den Uhlbacher Weinbergen oder man schickt sich die Instrumentals eben hin und her. „Wir wissen langsam ganz genau, was dem anderen gefällt oder nicht.“ Für Mixing und Mastering arbeiten Organisation außerdem mit dem Stuttgarter Produzenten luzifersfinest zusammen.

„Wir sind keine Studioband“

Für Organisation steht fest: „Unsere Musik muss man vor allem live hören. Wir sind keine Studioband.“ Innerhalb von einem Jahr hatten Organisation bereits mehrere Gigs – unter anderem im ehemaligen Kultur Kiosk, im Werkstatthaus, auf dem diesjährigen About Pop-Festival und sogar in einem Club in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. „Das war schon witzig, unsere Musik in einem anderen Land zu spielen“, erinnern sich die beiden. Gebucht wurden sie vom Stuttgarter DJ Technobeton. „Nach dem Konzert kam der Clubbesitzer zu uns und meinte, dass er noch nie so eine gute Show gesehen hat. Aber vielleicht sagt er das auch zu allen“, erzählt Nico und lacht.

Und als ginge das alles nicht schon sehr schnell, wird das Tempo weiter angezogen. Am 28. Juni erscheint nun die erste EP namens „Neue Aggression“ von Organisation. Zur Feier gibt es ein Doppel-Release mit dem Künstler Obernauer – inklusive Konzert und fetter Aftershow versteht sich. Für Ende diesen Jahres ist außerdem eine erste gemeinsame Europatour geplant. Nicht kleckern, sondern klotzen!

Warum? Die Organisation-Jungs haben einfach Bock: „Wir sind dedicated, wollen live spielen. Wir haben keine Lust zu warten.“ Ein Vorteil sei auch die Stuttgarter Musiker:innen-Szene. Man kennt sich irgendwann einfach, ist zügig vernetzt und supportet sich gegenseitig. „Es kommen immer neue Leute nach, die neben bereits etablierten Artists ihren Platz finden.“ Ihr Ziel: von der Musik leben zu können, und vor noch größeren Crowds zu spielen. „Bis die Ohren platzen“ – Spaß!

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