Bei beiden Verfahren wird man „in die Röhre“ geschoben: Für Laien ist der Unterschied zwischen MRT und CT allerdings nicht immer so einfach zu erkennen.

Katrin Jokic

Sowohl MRT als auch CT sind wichtige Untersuchungsmethoden in der Radiologie. Mit ihnen kann der Arzt gewissermaßen in den Körper hineinschauen, um Krankheiten oder Verletzungen zu erkennen. Doch wo genau liegen die Unterschiede?

 

Was ist ein CT?

Die Abkürzung CT steht für Computertomographie. Das Diagnoseverfahren basiert auf Röntgenstrahlen und kann kleinste Strukturen sichtbar machen. Das CT-Gerät, der Computertomograph, schickt Röntgenstrahlen durch den Körper, die zum Teil absorbiert werden. Durch diese Absorbtionswerte kann der Computer dann die Bilder vom Inneren des Körpers erstellen.

Ein CT ist schmerzfrei und geht in der Regel sehr schnell, weswegen in Notfallsituationen eher ein CT als ein MRT zum Einsatz kommt. Auch bei Untersuchungen von Knochen und Lunge, dem Bauchraum, dem Kopf, Herzkranzgefäßen oder bei Patienten mit Metallsplittern im Körper kommt ein CT zum Einsatz. Weil die Untersuchung so schnell geht, müssen Patienten in der Regel nicht die Luft anhalten oder ähnliches.

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Um die Aussagekraft eines CTs zu steigern, wird manchmal Kontrastmittel verwendet. Dieses Mittel enthält Jod und wird über die Armvene gespritzt. So lassen sich verschiedene Körperregionen auf den CT-Bildern noch besser voneinander abgrenzen. Bei Untersuchungen des Bauch- oder Beckenraums kann auch ein spezielles Kontrastmittel getrunken werden.

Was ist ein MRT?

MRT steht für Magnetresonanztomographie. Die sogenannte Kernspinuntersuchung basiert auf einem starken Magnetfeld und Radiowellen, die innerhalb der „Röhre“ arbeiten, in welche die Patienten liegend hineingeschoben werden.

Der Ausdruck „Kernspin“ meint die Bewegung der Atomkerne im menschlichen Körper: sie drehen sich alle um die eigene Achse. Durch diese Drehung erzeugen sie ein minimales Magnetfeld. Besonders wichtig sind dabei die Wasserstoffkerne.

Im MRT-Gerät wirkt jedoch ein sehr starkes Magnetfeld auf den Körper. Dies ist ungefährlich, sorgt allerdings dafür, dass sich alle Wasserstoffkerne des Körpers in der gleichen Richtung anordnen. Die zusätzlichen Radiowellen-Impulse verändern diese parallele Anordnung der Wasserstoffkerne. Wenn der Impuls vorüber ist, springen die Kerne zurück in die „Formation“. Während dieser Bewegungen senden die Atomkerne bestimmte Signale, die gemessen und anschließend vom Computer zu Bildern zusammengesetzt werden. Dadurch, dass verschiedene Körperregionen unterschiedlich viele Wasserstoffkerne enthalten, lassen sie sich auf den Bildern voneinander abgrenzen. Auch gesundes und krankes Gewebe kann so unterschieden werden.

Die Untersuchung im MRT dauert je nach Diagnose bzw. Fragestellung 10 bis 30 Minuten. Die Röhre ist dabei recht eng und laut. Je nach untersuchten Körperteilen müssen Patienten hin und wieder die Luft anhalten und die gesamte Zeit über sehr ruhig liegen.

Intravenöses Kontrastmittel kann helfen, ähnliche Gewebestrukturen voneinander zu unterscheiden und beispielsweise Tumore oder Entzündungen sichtbar zu machen.

Ein MRT eignet sich vor allem, um Weichteilgewebe zu untersuchen, also beispielsweise Muskel-, Nerven- und Bindegewebe sowie Gehirn und Organe.

Der Unterschied zwischen MRT und CT

Während das MRT mit Magnetfeldern arbeitet, kommen beim CT Röntgenstrahlen zum Einsatz. Das MRT setzt Patienten also keiner Strahlenbelastung aus, dafür dauert es aber auch länger. Aus Strahlenschutzgründen dürfen Kinder und Schwangere kein CT bekommen, Patienten mit Herzschrittmachern dürfen hingegen nicht ins MRT.

MRT und CT werden oft als „Konkurrenten“ angesehen, dabei können sie sich gut ergänzen. Während ein MRT eher bei der Untersuchung von Organen, Muskeln und Co zum Einsatz kommt, wird das CT eher für Untersuchungen an Knochen, Schädel und Gefäßen verwendet.

Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt immer von der zu untersuchenden Körperpartie, von Diagnose bzw. Symptomen und der persönlichen Situation der Patienten ab.

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