Unwetter bei Friedrichshafen Riesige Wasserhose fegt über den Bodensee

Von sah 

Während einer Fährfahrt auf dem Bodensee entstanden am Sonntag spektakuläre Videoaufnahmen. Wenige Meter vom Schiff wehte eine meterhohe Wasserhose über das Gewässer.

Eine Wasserhose fegte am Sonntagnachmittag über den Bodensee. Foto: Glomex/Facebook/Pascal Müller
Eine Wasserhose fegte am Sonntagnachmittag über den Bodensee. Foto: Glomex/Facebook/Pascal Müller

Friedrichshafen - Es sind spektakuläre Aufnahmen vom sonst so ruhigen Bodensee, die ein Facebooknutzer am Sonntagabend veröffentlichte. Auf einer Überfahrt von Friedrichshafen nach Romanshorn in der Schweiz wütete ein tornadoähnlicher Sturm über dem Wasser.

Genau im richtigen Moment zückte der Mitarbeiter des Fährunternehmens sein Handy und konnte das Naturspektakel so festhalten. Auf der Facebook-Seite „Bodenseewetter“ wurden ebenfalls Fotos des Unwetters veröffentlicht. Der Filmemacher verriet dort außerdem, wo und wann er den Sturm entdeckte: Auf der Schweizer Fähre die um 12.28 Uhr von Friedrichshafen abfuhr.

Bei den Aufnahmen handelt es sich tatsächlich um einen Tornado auf dem Wasser, wie Andreas Friedrich, Meteorologe des Deutschen Wetterdiensts (DWD) auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. In dem speziellen Fall von gestern spricht man von einer Wasserhose, was einen tornadoähnlichen Sturm auf dem Wasser meint.

Eine Wasserhose ist nicht ungefährlich. „Wenn ein Schiff in die Nähe kommt, kann es locker umgeschmissen werden und sinken“, sagt Friedrich. Besonders gefährlich wird es, wenn der Tornado aufs Festland kommt. Das geschah am Bodensee aber wohl nicht.

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„Bei der Wetterlage, die gestern am Bodensee herrschte, ist ein Tornado durchaus plausibel“, sagt Friedrich. Eine Wasserhose könne nämlich nur unter bestimmten Bedingungen entstehen. Welche das sind, erfahren Sie im Video.

Am Bodensee werden Wasserhosen laut Friedrich alle ein bis zwei Jahre gesichtet. Sie können ein paar Sekunden bis zu einer Stunde andauern. Der Fotograf war also zur rechten Zeit am rechten Ort – und zum Glück trotzdem weit genug weg.

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