Urteil am Landgericht Knapp vier Jahre Haft für Drogenhandel

Der Angeklagte hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Das Landgericht Stuttgart verurteilt einen 43-Jährigen für umfangreiche Geschäfte mit Kokain und Marihuana.

Nach nur drei Verhandlungstagen ist die 17. Große Strafkammer des Landgerichts Stuttgart im Prozess gegen einen 43-Jährigen wegen Drogenhandels im großen Stil zu einem Urteil gekommen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten und entsprach damit dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte eine vierjährige Gefängnisstrafe gefordert.

 

Das Verfahren konnte so schnell abgeschlossen werden, weil sich Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung schon am Ende des ersten Prozesstages auf eine so genannte Prozessverständigung geeinigt hatten: Im Gegenzug für ein umfassendes Geständnis hatte die Kammer dem 43-Jährigen einen Strafrahmen zwischen drei Jahren und neun Monaten als Untergrenze und vier Jahren und drei Monaten als Obergrenze in Aussicht gestellt.

43-Jähriger für 43 Taten verurteilt

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 43-Jährige vor allem in den Jahren 2019 und 2020 umfangreiche Geschäfte mit Marihuana und Kokain gemacht hatte, um sich eine Einnahmequelle von Dauer und einigem Umfang zu sichern. Nach den Berechnungen der Juristen hat der Mann rund 80 Kilogramm Marihuana sowie ungefähr 60 Kilogramm Kokain gekauft und weiterverkauft. Verurteilt wurde er wegen insgesamt 43 Taten. Für das Kilogramm Kokain hatte er im Schnitt 30 000 Euro verlangt, für ein Kilogramm Marihuana 3000 Euro.

Nach Ansicht der Richter war er Teil einer Bande mit mehreren Komplizen, die das Rauschgift für ihn entgegennahmen, portionierten und verkauften. Zudem habe er weitere Unterstützer gehabt, die seine Drogengelder in den Wirtschaftskreislauf brachten und seine Geschäfte damit erst lukrativ machten. Darüber hinaus gehörten zu der Bande Fahrer und Beifahrer sowie Komplizen, die ihre Wohnungen als Drogendepots zur Verfügung gestellt hatten.

Die Tatorte waren ganz überwiegend in Stuttgart, aber auch in Böblingen und in Vaihingen/Enz. Die Kontakte zu Käufern und Verkäufern kamen teilweise über Kryptohandys und den verschlüsselten Messengerdienst Sky ECC zustande. Im September 2020 wurden allein 44,5 Kilogramm Marihuana aus Berlin geliefert und weiterverkauft, im Oktober 2020 noch einmal 21 Kilogramm. Bei einzelnen Kokaingeschäften flossen teilweise Summen von 135 000 und 160 000 Euro. Zuletzt hatte der Angeklagte im August vergangenen Jahres 1,4 Kilogramm Kokain verkauft.

Beamte durchsuchen Bunkerwohnung

Bei der Durchsuchung einer Bunkerwohnung in Stuttgart fanden Polizisten im Februar dieses Jahres 1,2 Kilogramm Kokain. In der Wohnung des Angeklagten stießen Beamte bei der Durchsuchung unter anderem auf Feinwaagen, Portioniergeräte, Funkgeräte und sogar Wanzenfinder sowie 54 000 Euro Bargeld.

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