Mit seinem Tross kam er ins Hi Life, trat aber nicht auf: US-Star Jason Derulo verärgert nach seinem Stuttgarter Konzert die Fans und den Clubchef. Was ist bei der Aftershow passiert?
Große Erwartungen, lange Gesichter: Die angekündigte After-Show-Party mit US-Popstar Jason Derulo im Stuttgarter Club Hi Life hat in der Nacht zum Samstag nicht wie geplant stattgefunden. Zwar erschien der Sänger nach seinem stürmisch gefeierten Konzert in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle mit seinem Tross in der Kellerlocation am Rotebühlplatz – zu einem Auftritt kam es jedoch nicht.
Wie unserer Redaktion berichtet wird, blieb Derulo backstage und betrat den Clubraum nicht, obwohl man dies vertraglich vereinbart habe. Hinter den Kulissen soll es „Knatsch“ gegeben haben. Worum es dabei genau ging, ist noch unklar. Der Club jedenfalls will die Gäste entschädigen und drängt bei der Booking-Agentur des Künstlers nun auf eine „nachvollziehbare Erklärung“. Bereits vor der geplanten After-Show-Party habe das Hi Life die vereinbarte Gage komplett bezahlt.
„Für Schülerinnen ist das ein erheblicher Teil des Taschengeldes“
Besonders enttäuscht zeigte sich die Mutter einer Schülerin, die an diesem Abend im Hi Life war. „Meine Tochter und eine Freundin hatten sich im Vorfeld über Eventbrite Tickets zu je 33 Euro gekauft – für Schülerinnen ist das ein erheblicher Teil des monatlichen Taschengeldes“, berichtet sie. Vor Ort hätten die Jugendlichen lange gehofft, dass der Star doch noch erscheinen würde.
Tatsächlich seien zwei DJs beziehungsweise Tänzer aus Derulos Team kurz im Club gesichtet worden. Der Sänger selbst habe sich jedoch nicht gezeigt. In sozialen Medien kursierten wenig später Hinweise, dass Derulo und seine Crew nach einem kurzen Stopp in Stuttgart weiter nach Pforzheim gefahren seien. Ein Bericht des Südwestrundfunks (SWR) legt nahe, dass der Tross noch in derselben Nacht bei einer Aftershow-Party im Club Flash in Pforzheim Station machte. Gegen 3 Uhr soll Derulo dort aufgetreten sein. Videos aus Pforzheim zeigen unter anderem jene beiden Männer, die zuvor im Hi Life gesehen wurden.
Für die Stuttgarter Fans blieb indes nur Ernüchterung. „Mir ist bewusst, dass Club und Veranstalter keinen direkten Einfluss auf die Entscheidungen eines Stars oder dessen Management haben – auch wenn vertragliche Vereinbarungen bestehen und sicher nicht wenig dafür gezahlt wurde“, so die Mutter weiter. „Aber keinerlei Informationen vor Ort oder eine Rückmeldung an die Ticketkäufer zu geben, halte ich nicht nur für unprofessionell, sondern auch für schlechte Werbung für den Club.“
Berkemer fordert Erklärung von Derulos Booking-Agentur
Auch Tim Berkemer, Geschäftsführer des Hi Life, ärgert sich sehr über den Vorfall „Ich bin derzeit noch in Gesprächen mit der Booking-Agentur, über die wir den Künstler gebucht haben“, erklärt der Gastronom auf Anfrage unserer Redaktion. Das Geld sei schließlich wie vereinbart bezahlt worden. „Entsprechend erwarten wir hierzu eine plausible Stellungnahme von amerikanischer Seite“, sagt Berkemer.
Da das Team des Künstlers das Mikrofon in der Hand gehabt habe, vor Ort präsent gewesen sei und sich Jason Derulo zudem im Backstage-Bereich befunden habe, stelle sich die Situation „leider komplexer dar als zunächst angenommen“.
Hi Life plant Entschädigung für enttäuschte Derulo-Fans
Der Vorfall werde momentan intern aufgearbeitet. Parallel prüfe man sehr genau, in welcher Form eine angemessene Lösung umgesetzt werden könne. Denkbar sei unter anderem, den betroffenen Gästen für einen der kommenden Abende freien Eintritt anzubieten. Man stehe seit Stunden im Austausch und wolle sich zeitnah mit konkreten Ergebnissen melden.
Viele der Ticketinhaber hätten bis spät in die Nacht gewartet – in der Hoffnung auf einen Überraschungsauftritt. Nun hoffen sie auf eine Reaktion der Verantwortlichen, die diese inzwischen auch angekündigt haben. Warum es hinter den Kulissen zu Unstimmigkeiten gekommen ist, bleibt bisher offen. Der Club Hi Life, darin sind sich Beobachter einig, kann jedenfalls nichts dafür. Fiel der Auftritt Starallüren zum Opfer? Klar ist nur: Während Jason Derulo Stunden nach Mitternacht in Pforzheim mit den Fans feierte, endete die Stuttgarter Aftershow für die Gäste ohne die erhoffte Nähe zu dem Superstar.