Vatertagsmarkt Döffingen Mit dem Bierbus durch die Gassen: Vatertag auf Döffinger Art
Der 46. Döffinger Vatertagsmarkt bot trotz durchwachsenen Wetters alles: nette Begegnungen, gutes Essen und überraschende Boxen.
Der 46. Döffinger Vatertagsmarkt bot trotz durchwachsenen Wetters alles: nette Begegnungen, gutes Essen und überraschende Boxen.
Mit dem Bollerwagen umherziehen oder den Vatertagsmarkt in Grafenau-Döffingen besuchen – warum sich entscheiden? Ein Freundeskreis aus 23-Jährigen bringt beides unter einen Hut. „Wir fahren mit dem Bollerwagen runter und hoch, den ganzen Tag“, sagt Luke Mahr und zeigt auf die Maichinger Straße, wo über 80 Stände sind. Zum 46. Mal hat an Christi Himmelfahrt der Vatertagsmarkt stattgefunden.
Ihrem Bollerwagen hat die Gruppe sogar einen Namen gegeben: Bierbus. 2020 haben sie damit angefangen und ziehen seither jedes Jahr am Vatertag mit ihrem Gefährt umher. Aber eben nicht über Felder und Wiesen, sondern über den Döffinger Vatertagsmarkt. „Viele kennen uns schon und freuen sich, wenn sie uns sehen“, sagt Malte Meltzner. Über die Jahre haben sie den Bollerwagen ausgebaut, inzwischen ist er mit Baustrahlern, die über eine Unterbodenbatterie betrieben werden, einem Feuerlöscher, Hupen und Zapfhähnen ausgestattet. Reichlich Getränke stapeln sich im Bierbus, und jeder, der die Gruppe nett anspricht, bekommt etwas angeboten. „Seit diesem Jahr haben wir eine Kasse installiert, weil uns immer alle was geben wollen, aber das braucht es gar nicht“, sagt Luke Mahr. „Wir wollen einfach mit den Leuten in Kontakt treten.“
Genau aus diesem Grund sind auch viele andere Menschen an diesem Tag nach Döffingen geströmt. Das kühle Wetter, bei dem von Wind über Sonnenschein bis hin zu leichten Regenschauern alles dabei war, hält viele Besucher nicht davon ab, durch die verwinkelten Gassen des Orts zu bummeln. „Die Person am Grill hat heute den besten Platz“, sagt Lea Schneider vom Musikverein Grafenau, dessen Mitglieder das Festzelt mit Essen und Trinken versorgen.
„Besser als zu heiß“, sagt Michael Wagner über das kühle Wetter. Für ihn und seine Frau Angela ist der Vatertagsmarkt jedes Jahr ein fester Termin im Kalender, bei dem sie ihre Kinder und Enkel treffen und „gemeinsam was schnabulieren“. Einen festen Stand, den sie aufsuchen, haben sie nicht, „wir genießen die Vielfalt“, sagt Wagner und liebäugelt mit einem Heringsbrötchen oder Maultaschen vom Posaunenchor Döffingen, „die haben auch gut ausgesehen“.
Ebenso gut hätte er sich auch für Lángos süß oder salzig entscheiden können, für Bratwurst mit Raclettekäse, ungarischen Baumkuchen oder türkische Köstlichkeiten. Die kulinarische Auswahl ist groß, noch größer ist das Angebot an den Verkaufsständen. Arbeitssocken reihen sich an Wellnessstrümpfe, von Putztüchern und Nudelhölzern über Olivenöl und ferngesteuerten Autos bis zu hin zu Holzlöffeln und bunten Schlabberhosen ist alles zu haben.
Unter den Verkäufern ist Daniela Stahl aus Göppingen, die seit rund 30 Jahren einen Stand für Lederwaren betreibt. Nach Döffingen kommt sie gerne, die Stimmung sei gut. Unglücklich ist sie über ihren Standort oben an der Maichinger Straße. Früher sei sie immer ganz unten gewesen. „Ich bin auf meine Stammkunden angewiesen, das verstehen die vom Amt nicht“, sagt sie. Neugierige lockt sie mit ihrem zweiten Stand an, an dem ihr Bruder Mystery Boxes verkauft. Sie kosten zwischen 10 und 30 Euro, der Inhalt ist eine Überraschung. Der letzte Kunde hat einen Pool-Roboter bekommen, „jetzt braucht er nur noch einen Pool“, sagt Alexander Stahl und lacht. „Wir sind der Stand, an dem der meiste Spaß ist.“
Kein Geheimnis aus dem Inhalt machen Sonja und Steffen Gußmann aus Rutesheim an ihrem Bonbonstand: Wo Zwiebelbonbons draufsteht, sind auch Zwiebelbonbons drin. Verkaufsschlager sind aber Sorten wie Käsekuchen, Mozartkugel oder Spaghettieis.