Ein Bild aus der Produktion der Firma Topas, die in Kernen vegane Wurst- und Fleischalternativen herstellt (Archivbild). Foto: Gottfried Stoppel
Die Firma Topas aus Kernen stellt vegane Wurst- und Fleischalternativen her und wird nun von einer britischen Firma übernommen. Was bedeutet das für die Zukunft des Biounternehmens?
Annette Clauß
05.02.2026 - 12:00 Uhr
Würzig-scharfe Chorizo, Rouladen, Gyros, Pfeffer-Steak und Burger: Solche Klassiker produziert Klaus Gaiser in einer ehemaligen Metzgerei in Kernen (Rems-Murr-Kreis). Allerdings enthalten die Lebensmittel, die unter den Markennamen Wheaty und Veggyness verkauft werden, kein einziges Gramm Fleisch. Denn Gaisers Firma Topas hat sich darauf spezialisiert, aus Weizeneiweißpulver vegane Alternativen zu Wurst- und Fleischprodukten zu entwickeln, die den Original-Spezialitäten in Aussehen, Geschmack und Haptik so nah wie möglich kommen.
Nun ist die Firma in Rommelshausen vom britischen Unternehmen The Tofoo Co Ltd. übernommen worden. Bei dieser handelt es sich laut einer Mitteilung der Firma in Kernen um „den Marktführer für pflanzliche Lebensmittel im Vereinigten Königreich“. Weiter heißt es: Der neue Eigentümer verfolge wie Topas „seit vielen Jahren einen konsequent veganen und nachhaltigen Ansatz“. Die britische Firma habe sich in den letzten zehn Jahren von einem kleinen lokalen Helden zum Marktführer für Tofu in Großbritannien entwickelt.
Auch Klaus Gaiser hat einst klein angefangen, und zwar ebenfalls mit Tofu. Das war 1980. Damals begann Gaiser, der in Tübingen Japanologie, Sinologie und Kulturwissenschaften studiert hat, für den Eigenbedarf und den Bekanntenkreis Tofu zu machen. Dieser kam so gut an, dass Gaiser 1984 die Yamato Tofuhaus GmbH gründete. Die verkaufte er an eine größere Firma, blieb bis 1992 dabei, fing aber 1993 von vorne an und gründete die Firma Topas, die auf Seitan setzt. Das Produkt aus Weizeneiweiß mit fleischartiger Konsistenz hatte Klaus Gaiser in Japan kennengelernt, wo es ein fester Bestandteil der traditionellen Küche ist.
Firma Topas soll weiterhin eigenständig agieren
Firmengründer Klaus Gaiser produziert vegane Wurst- und Fleischspezialitäten in Kernen. Foto: Matthias Rude/Firma Topas
Die Übernahme durch The Tofoo Co schaffe neue strukturelle und strategische Möglichkeiten für die weitere Entwicklung, heißt es. „Ziel ist, die langjährige Kompetenz von Topas in der Herstellung hochwertiger Bio-Fleischalternativen mit der internationalen Erfahrung und Marktexpertise von The Tofoo Co zu verbinden – ohne Bruch mit den eigenen Wurzeln.“ Was heißt das für die Kunden? Topas bleibe „ein eigenständig agierendes Unternehmen mit klarer Identität, eigenem Sortiment und bewährter Produktphilosophie“, lautet die Antwort darauf.
„Uns war es eine Herzensangelegenheit, angesichts unseres fortgeschrittenen Alters die Firma nicht nur ‚in gute Hände abzugeben‘, sondern vor allem die Perspektive des Betriebs und damit die Zukunft der Mitarbeiter bestmöglich gesichert zu wissen. Wir sind uns sicher, mit der Tofoo Co die richtige Wahl getroffen zu haben“, teilen die Gründer Sanni Ikola-Gaiser und Klaus Gaiser mit: „Es war uns unglaublich wichtig, das richtige Zuhause für das Unternehmen zu finden.“
Die bisherigen Geschäftsführer Klaus Gaiser und Miikka Gaiser bleiben weiterhin im Unternehmen: Klaus Gaiser will sich künftig ausschließlich der Entwicklung neuer Produkte widmen, Miikka Gaiser kümmert sich um Produktion und Organisation. Neuer Geschäftsführer von Topas wird Sebastian von Eltz. Er ist in der Branche kein Unbekannter, beispielsweise war er Geschäftsführer der Naturfeinkost-Firma Bio Verde. Der neue Chef sei „mit Herz und Verstand stark in der Bio-DNA verwurzelt“, so formuliert es Klaus Gaiser.