Gianni Coveli führte den 1. GSV in die Regionalliga – nun droht der Absturz in die Verbandsliga. Foto: IMAGO/Eibner
Von der Regionalliga in die Verbandsliga durchgereicht zu werden – dieses Szenario droht dem 1. Göppinger SV. Es muss einiges zusammenkommen, damit der Oberligaverbleib noch klappt.
Es war der 1. Juni 2024. Der 1. Göppinger SV zog am letzten Oberliga-Spieltag in einem Herzschlagfinale noch an der SG Sonnenhof Großaspach vorbei, die auf Platz drei abrutschte. Der GSV schaffte als Vizemeister hinter dem FC 08 Villingen über die Aufstiegsspiele den Sprung in die Regionalliga.
Wie schnell sich im Fußball die Gefühlslage komplett ändern kann, zeigt die aktuelle Situation. Die SG Sonnenhof Großapach marschierte nach dem Tiefschlag innerhalb von zwei Jahren in die dritte Liga durch – spielt künftig gegen Clubs wie Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiss Essen. Dem 1. GSV – mit den Ex-Kickers-Spielern Kevin Dicklhuber, Marcel Schmidts und Oguzhan Kececi – droht das Worst-Case-Szenario, von der Regionalliga in die Verbandsliga durchgereicht zu werden. Dann kommt es zu Duellen gegen den TSV Oberensingen und die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach.
KSC II muss gewinnen
Damit der zweite Abstieg in Folge noch verhindert werden kann, braucht die Mannschaft von Trainer und Sport-Geschäftsführer Gianni Coveli ein kleines Fußball-Wunder. Voraussetzung eins: Ein eigener Heimsieg am letzten Oberliga-Spieltag am kommenden Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Denzlingen. Nach nur einem Sieg in 14 Spielen (nun neun Punkte) im Kalenderjahr 2026 ist das auch gegen das abgeschlagene Schlusslicht kein Selbstläufer.
Voraussetzung zwei: Eine Niederlage von Türkspor Neckarsulm beim Tabellen-Zehnten Karlsruher SC II, für den es um nichts mehr geht.
Göppingens Marcel Schmidts bringt höherklassige Erfahrung aus Ulm und von den Kickers mit. Foto: Pressefoto Baumann
Laufen diese beiden Spiele für den 1. GSV wunschgemäß, kommt Voraussetzung drei ins Spiel: Dann muss Oberliga-Vizemeister VfR Mannheim sich in der Aufstiegsrunde (4., 7. und 10. Juni) gegen die jeweils Zweiten aus Hessen (FC Eddersheim) und Rheinland-Pfalz Saar (1. FC Kaiserslautern II oder FK Pirmasens) durchsetzen und mit dem Sprung in die Regionalliga Südwest einen Platz in der Oberliga Baden-Württemberg frei werden lassen.
Unterdessen ist unabhängig von der Ligazugehörigkeit sehr Vieles offen beim Traditionsclub von der Hohenstaufenstraße. Die Schlüsselfigiur dabei: Gianni Coveli. Der 55-Jährige hatte nach zwölf Jahren vor der Saison sein Traineramt abgegeben und Mario Klotz als Nachfolger geholt. Schon nach vier Spieltagen kam es zur Trennung. Die Co-Trainer Daniel Budak und Pavlos Osipidis übernahmen, ehe Coveli noch vor der Winterpause wieder als Chefcoach einstieg, das Team zunächst deutlich stabilisierte. Dann folgte erneut der Einbruch.
Trotz eines gültigen Vertrags bis mindestens 2027 stellen sich Fragen: Bleibt Coveli Sport-Geschäftsführer? Bleibt er – was sehr unwahrscheinlich ist – Trainer? Bleibt er überhaupt im Verein? Wenn ja, in welcher Funktion? Oder gibt es einen kompletten Neubeginn?
Antworten wird es bald geben. Aber nicht vor dem letzten Spieltag am kommenden Samstag.