Der Kreis Esslingen schließt sich einer Landesinitiative an. Ehrenamtlich Engagierte erhalten Vergünstigungen bei verschiedenen Freizeiteinrichtungen in Baden-Württemberg.

Ob im Sport- oder Kulturverein, in der Kirchengemeinde oder im Stadtteilcafé, im Rettungsdienst oder bei der Feuerwehr, in Pflegeeinrichtungen oder im Naturschutz: „Ohne das Ehrenamt würde das gesellschaftliche Leben in vielen Bereichen zum Erliegen kommen“, ist sich Esslingens Landrat Marcel Musolf bewusst. Der Kreis Esslingen schließt sich daher einer Landesinitiative an, um den freiwilligen Helfern mit mehr als nur mit warmen Worten zu danken.

 

Das Ehrenamt verdiene Würdigung und Stärkung, informierte Musolf jüngst den Kreistag über das Vorhaben. „Denn es ist nicht selbstverständlich, dass sich Menschen in ihrer Freizeit für ihre Mitmenschen einsetzen.“ Und so hat sich auch das Gremium in seltener Einigkeit für die Einführung der Ehrenamtskarte ausgesprochen. Diese verspricht Vergünstigungen bei verschiedenen Freizeiteinrichtungen in ganz Baden-Württemberg.

Ehrenamtskarte gibt es bereits in zwei Landkreisen, Freiburg und Ulm

Die Idee geht auf eine Initiative des Landes zurück, das die teilnehmenden Kommunen unter anderem durch einen Personalkostenzuschuss unterstützt. Für die Jahre 2025 und 2026 stehen Finanzmittel in einem Gesamtvolumen von rund fünf Millionen Euro zur Verfügung. Bislang gibt es die Ehrenamtskarte nur in den Kreisen Calw und Ostalb sowie in den Städten Freiburg und Ulm – dort wird sie seit August 2023 erprobt. Nach dem erfolgreichen Testlauf mit mehr als 9500 ausgegebenen Karten soll sie nun schrittweise landesweit eingeführt werden.

Ein genaues Datum, wann das Esslinger Landratsamt die Ehrenamtskarte an freiwillig Engagierte verteilt, steht noch nicht fest. Die Verwaltung ist laut Musolf derzeit dabei, die Städte und Kommunen mit ihren Einrichtungen zum Mitmachen zu bewegen – Schwimmbäder und Büchereien, Museen, Sportvereine, Musikschulen und andere öffentliche Freizeiteinrichtungen sollen spezielle Vergünstigungen anbieten. Je mehr Akzeptanzstellen es gibt, umso attraktiver wird die Dankeschön-Karte. „Der Landkreis selbst möchte hier mit gutem Beispiel vorangehen“, stellte Musolf etwa einen verbilligten Eintritt ins Freilichtmuseum Beuren in Aussicht.

Ehrenamtliche müssen Voraussetzungen erfüllen

Dem Konzept zufolge sollen die freiwilligen Helfer die Ehrenamtskarte direkt oder über ihren Verein bei der Landkreisverwaltung beantragen. Diese prüft vor der Ausstellung, ob die Voraussetzungen zum Erhalt vorliegen. Die Kriterien dafür hat das Land klar definiert. Diese haben sich, wie Sozialminister Manfred Lucha betont, in dem Modellversuch bewährt. Wichtig sei, dass das Engagement im öffentlichen Raum stattfindet, nicht im privaten oder im familiären Umfeld und nicht auf materiellen Gewinn gerichtet ist.

Anspruch auf eine Ehrenamtskarte haben demnach Menschen, die sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 200 Stunden freiwillig und unentgeltlich in einem Verein, einer Initiative oder Einrichtung für das Gemeinwohl engagiert haben, bei einem projektbezogenen Einsatz sind es mindestens 100 Stunden. Aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks oder anderer Katastrophenschutzeinheiten erhalten die Karte ohne Stundennachweis.

Mit der Ehrenamtskarte, unterstreicht Esslingens Landrat, könne man nicht nur die Anerkennung und Wertschätzung für die Menschen zum Ausdruck bringen, die sich jetzt schon in hohem Maße bürgerschaftlich engagieren. Vielleicht trage sie auch dazu bei, junge Menschen zu motivieren, sich aktiv für die Gesellschaft einzubringen, hofft Musolf.