Verkehr in der Region Stuttgart Erste Vorarbeiten für den Ausbau der A8 bei Stuttgart

Die A8 bei Stuttgart soll auf acht Spuren erweitert werden. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Die A8 bleibt Dauerbaustelle: Während andernorts schon gebaut wird, laufen zwischen Kreuz Stuttgart und Wendlingen erste Voruntersuchungen. In Rohr wird der Baugrund erkundet.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Die Autobahn 8 ist und bleibt eine Dauerbaustelle. Während der Bau der neuen Enztalquerung bei Pforzheim schon weit fortgeschritten ist, begannen die Hauptarbeiten für den neuen Albaufstieg zwischen Mühlhausen im Täle und Hohenstadt (Landkreis Göppingen) im vergangenen Jahr. Und auch der Autobahnabschnitt in der Region Stuttgart rückt wieder in den Fokus.

 

Auch wenn der geplante Ausbau zwischen dem Kreuz Stuttgart und Wendlingen (Landkreis Esslingen) noch etwas auf sich warten lassen wird, sind vorbereitende Untersuchungen aber bereits angelaufen. So wurde in den zurückliegenden Wochen der Baugrund im Stuttgarter Stadtteil Rohr erkundet. Anwohner berichten von Bohrgeräten, die sich im Bereich der Musberger Straße und des Hutteneichenwegs zu schaffen gemacht haben.

Die Arbeiten werden im Auftrag Deges, der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau Gesellschaft, ausgeführt, die längst anders als ihr Name vermuten lässt auch Verkehrsprojekte abseits der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze plant. In der Region Stuttgart geht es unter anderem um den Ausbau der A8 zwischen dem Autobahnkreuz Stuttgart und der Anschlussstelle Wendlingen. In einem ersten Schritt werde „das nähere Umfeld des Autobahnkreuz Stuttgart auf diesen Erweiterungszustand ausgebaut“.

A-8-Ausbau: Genehmigungsverfahren soll 2028 beginnen

Rund 4,8 Kilometer ist der Bauabschnitt lang. Über die zusätzlichen Fahrstreifen hinaus soll auch eine neue Verbindung für Autos entstehen, die am Kreuz von der A8 aus Richtung München kommend auf die A81 in Richtung Singen wechseln. Das Vorhaben befindet sich laut einer Deges-Sprecherin in der Phase der sogenannten Entwurfsplanung. Die solle im Jahr 2027 abgeschlossen sein, von 2028 an soll sich das Genehmigungsverfahren anschließen.

„Die Erkundungsbohrungen, die im Februar durchgeführt wurden, dienen dazu, Erkenntnisse über den Baugrund zu erlangen, die in die Planung einfließen“, sagt die Deges-Sprecherin und kündigt weitere Arbeiten an. „Erkundungsbohrungen werden voraussichtlich ab dem vierten Quartal 2026 am Autobahnkreuz Stuttgart, an der A 8 sowie an der A 831 vorgenommen“.

Landesverkehrsminister bei A-8-Ausbau skeptisch

Der geplante Ausbau war in der Vergangenheit schon in der politischen Debatte angekommen. Als die damalige Ampel-Koalition in Berlin einige Ausbauvorhaben beschleunigen wollte, meldete Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) Bedenken an.

Landesverkehrsminister Winfried Hermann Foto: IMAGO/Ulmer II

Nach etwas Zögern akzeptierte er zwar grundsätzlich die entsprechende Projektliste aus Berlin, äußerte jedoch deutliche Vorbehalte gegen einen achtstreifigen Ausbau. Aus seiner Sicht wäre es schneller und kostengünstiger, bei starkem Verkehr zunächst den Standstreifen zeitweise für den Verkehr freizugeben, statt eine aufwendige Erweiterung zu planen. Hermann verwies zudem auf komplizierte Rahmenbedingungen entlang der Strecke, etwa die Nähe zum Flughafen Stuttgart und zur Bahnneubaustrecke Stuttgart–Ulm, die Planung und Bau erheblich erschweren könnten.

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