Die Arbeiten auf der Baustelle an der Weinsteige ruhen seit November. Wann es weiter geht, kann die Stadt nicht konkret benennen. Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko
Auto- und Radfahrer müssen länger mit Staus rechnen: Die Baustelle auf der Weinsteige steht still, der Terminplan ist nicht zu halten. Ursache ist die Insolvenz eines Bauunternehmens.
Auf die Auto- und Radfahrer auf der Weinsteige könnten länger Behinderungen zukommen, als von der Stadt bisher vorhergesagt. Die Baustelle auf der viel befahrenen Straße, die seit Juli vergangenen Jahres eingerichtet ist, steht still. Der Fertigstellungstermin ist nicht zu halten. Das beauftragte Bauunternehmen ist in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.
Auf Höhe der Baustelle sind statt vier nur zwei Fahrspuren für den Verkehr geöffnet. Entsprechend staut sich der Verkehr vor allem in den Hauptverkehrszeiten. Der Zustand wird deutlich länger anhalten, als vom Rathaus prognostiziert. Im Baustellenkalender der Stadt wird das Ende der Einschränkungen für Ende Juni vorausgesagt.
Insolvenz des Bauunternehmens verzögert Weinsteige-Projekt
Im Oktober 2025 wurde laut Angaben der Stadt zuletzt auf der Baustelle gearbeitet, seit Angang November wisse das Rathaus von der Insolvenz des Auftragnehmers. Man habe nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens unmittelbar Gespräche mit dem Insolvenzverwalter aufgenommen. „Die insolvente Firma hat den Geschäftsbetrieb jedoch im Zuge des weiteren Verfahrens vollständig eingestellt“, heißt es in einer schriftlichen Antwort der Stadt auf eine Anfrage unserer Redaktion. Die Stadt habe „keinen Einfluss auf das Insolvenzverfahren, das eigene Verfahrensvorgaben hat und zeitintensiv ist“.
Statt vier stehen derzeit nur zwei Fahrspuren zur Verfügung. Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko
Die lange Hängepartie begründet die Stadt damit, dass zunächst das zuständige Insolvenzgericht das Verfahren offiziell habe eröffnen und einen Insolvenzverwalter benennen müssen. Mittlerweile seien Firmenteile des insolventen Unternehmens durch andere Baufirmen übernommen worden. Man gehe davon aus, „ dass auf Grund der mittlerweile positiven Gespräche in Kürze eine der Nachfolgefirmen mit dem Weiterbau beauftragt werden kann“. Die Arbeiten sollen „im Frühjahr 2026“ fortgesetzt werden, gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan habe sich ein Verzug von rund sechs Monaten ergeben.
Vorübergehende Freigabe der Fahrspuren auf der Weinsteige nicht möglich
Die Sperrungen bleiben aus Sicherheitsgründen erhalten, auch wenn nicht gearbeitet wird. Das Geländer auf der Talseite ist nicht mehr vorhanden. Stattdessen soll eine temporäre, sogenannte Leitwand vermeiden, dass Fahrzeuge auf Abwege geraten. Die müsse stehen bleiben, „da ansonsten die Absturzsicherung und die Anprallsicherung für den Fahrzeugverkehr nicht gegeben wäre. Deshalb ist es nicht möglich, kurzfristig zwei ausreichend breite Fahrstreifen stadtauswärts freizugeben“, heißt es in der Antwort der Stadtverwaltung.
Die Weinsteige wird seit Jahren immer wieder zum Engpass. Seit 2018 saniert die Stadt in mehreren Abschnitten die Stützwand der Straße, die sich am Hang entlang aus dem Talkessel nach oben windet. Dazu werden immer wieder Teile der Straße für einen längeren Zeitraum eingeengt.