Verkehr in Stuttgart Stadt plant zwei neue Anschlüsse an die B 10

Die provisorische B-10-Einfahrt in Hedelfingen (links) soll nach dem Willen der Stadtplaner zur Dauerlösung werden. Foto: 7aktuell

Im Zuge der geplanten Umgestaltung des Hedelfinger Platzes soll mehr Verkehr im Neckartal auf die Bundesstraße umgeleitet werden. So sehen die Pläne aus.

Reporter: Alexander Müller (ale)

Wie soll der Verkehr in den Oberen Neckarvororten in den kommenden Jahrzehnten fließen? Mit dieser schwierigen Aufgabe haben sich die städtischen Verkehrsplaner zusammen mit dem Stuttgarter Gutachterbüro von Jürgen Karajan beschäftigt. Der Haupttenor: Um die geforderte Entlastung auf den Nebenstraßen zu erreichen, soll in Wangen und in Hedelfingen jeweils eine neue Anschlussstelle an die Bundesstraße 10 geschaffen werden.

 

Mehr als 20 000 Fahrzeuge am Tag

Hintergrund sind die Planungen für den seit vielen Jahren geforderten Kreisverkehr am Hedelfinger Platz. Die damit verbundene Hoffnung ist eine deutliche Verbesserung der Verkehrssituation. Schließlich sind die Ortsmitte und die Rohrackerstraße einer der Lärm- und Emissionsschwerpunkte in der Landeshauptstadt. Weit mehr als 20 000 Fahrzeuge passieren täglich den Hedelfinger Platz, meist als Direktverbindung zwischen den Fildern und dem Neckartal nach Esslingen und Stuttgart oder als Ziel- und Quellverkehr in den Stuttgarter Hafen. Nach den Vorgaben des Lärmaktionsplans wird daher nun auf den Hedelfinger Hauptstraßen, als einer von nur drei Stadtbezirken in der Landeshauptstadt, nachts zwischen 22 und 6 Uhr ein Limit von Tempo 30 eingeführt.

Darüber hinaus halten in Hedelfingen die Stadtbahnlinien U 9 und U 13 sowie drei Buslinien, der 65er zwischen Obertürkheim und dem Flughafen auf den Fildern, der 62er zwischen Uhlbach und Rohracker sowie die Linie 103 zwischen Hedelfingen und Esslingen/Zell. Im Zuge des Baus der Hauptradroute 2 hat die Stadt daher ein Verkehrsgutachten für den Bau eines Kreisverkehrs in Auftrag gegeben. Das im vergangenen Herbst vorgestellte Ergebnis fiel ernüchternd aus. Ein einspuriger Kreisverkehr würde den Verkehr auf der Filderauffahrt täglich für mehrere Stunden zum Erliegen bringen.

Zwei neue Anschlüsse an die B 10

Das Resultat aus den nun überarbeiteten Plänen ist daher zwangsläufig, dass der Umbau des Hedelfinger Platzes zum Kreisverkehr nicht gesondert gesehen werden kann. Vielmehr muss die Gesamtsituation des Verkehrs in den Oberen Neckarvororten sowie der B 10 betrachtet werden. Mit zwei neuen Anschlüssen sollen die zu erwartenden Verkehrsströme am Hedelfinger Platz abgefedert werden. Konkret heißt das, dass die bisher jeweils nur einseitig nutzbaren Zu- und Ausfahrten in Hedelfingen und Wangen ergänzt werden. „Es ist die einfache Spiegelung der bereits vorhandenen Anschlüsse“, erklärt der Verkehrsplaner Andreas Hemmerich von der Stuttgarter Stadtverwaltung. Über die Straße am Westkai – die dann zu einer Einbahnstraße umfunktioniert werden muss – soll die bisherige Interimseinfahrt auf die Bundesstraße in Hedelfingen in Fahrtrichtung Stuttgart zur Dauerlösung werden. In Wangensoll kurz darauf eine weitere Ausfahrt entstehen.

Um das sehr „umfangreiche Maßnahmenpaket“ zu entzerren, soll dieses in drei Abschnitte unterteilt werden. Mit der aktuellen Baubeschlussvorlage sollen die Planungen für den ersten Bauabschnitt vorangetrieben werden. Dieser betrifft die Otto-Hirsch-Brücken zwischen Obertürkheim bis kurz vor den Hedelfinger Platz. Im Mittelpunkt stehen dabei die Beschleunigung des Busverkehrs sowie der Ausbau der Hauptradroute 43. An der Kreuzung zur Straße am Mittelkai soll ein Kreisverkehr entstehen. Positiver Nebeneffekt: Der bisherige Unfallschwerpunkt an der Kreuzung zur Straße am Ostkai würde entschärft.

Erster Bauabschnitt kostet 25 Millionen Euro

„Es ist schön, dass es endlich weitergeht“, brachte Hedelfingens Bezirksbeirat Mario Graunke (CDU) die Stimmung des Gremiums auf den Punkt. Verbunden sei das Vorhaben mit der Hoffnung, „dass denn auch die nötigen Gelder bereit gestellt werden“. Auf immerhin 25 Millionen Euro werden die Kosten alleine für den ersten Bauabschnitt geschätzt. „Damit könnte auch eine grundsätzlich notwendige Instandsetzung der Brücken einhergehen“, hofft Hemmerich auf die Unterstützung des zuständigen Regierungspräsidiums Stuttgart. Sollte der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik des Gemeinderats dem Baubeschluss zustimmen, könnten die Mittel für den Doppelhaushalt 2026/2027 angemeldet werden. Bis zum nächsten Jahr sollen auch die weiteren Planungen für den zweiten Abschnitt der neuen B-10-Anschlüsse sowie den dritten Abschnitt, dem Bau des neuen Kreisverkehrs abgeschlossen werden. Eine Realisierung wäre dann frühestens ab 2028 möglich.

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