Zu radikal, zu lieblos, unnötig: Immer wieder wurde das autoarme Quartier namens Superblock im Stuttgarter Westen kritisiert. Nun äußern sich Radfahrer mit einem ganz anderen Tenor.
Manche finden den Superblock zu lieblos und hätten sich viel mehr Grün, Sitz- und Spielgelegenheiten gewünscht. Andere ärgern sich über die weggefallenen Parkplätze an der Augustenstraße und umständlicheren Wege für Autofahrer. Und wieder andere verstehen die ganze Aufregung um das Projekt nicht. Der Verkehrsversuch in Stuttgart-West wurde in den vergangenen Monaten immer wieder kritisiert.
Nun äußert sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Stuttgart und betont seine „ausdrückliche Unterstützung“ für das „mutige und zukunftsweisende Projekt“. Der Superblock sei ein Beispiel dafür, wie der „Verkehrsfrieden“, den unter anderem der Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) anstrebe, Wirklichkeit werden könne, heißt es.
Wunsch nach Verbesserung an der Knospstraße
Doch obwohl die Radfahrer finden, dass der Superblock bereits zeige, wie eine „moderne und lebenswerte Verkehrspolitik“ aussehen könne, sowie die ruhigeren Straßen, besseren Bedingungen für Radfahrer und den attraktiveren Straßenraum loben, haben auch sie Optimierungsvorschläge parat.
Dazu zählt, dass an der Knospstraße die Regelung „Anlieger frei“ oft missachtet werde, kritisiert der ADFC. Dies müsse genauer beobachtet werden und – falls sich die Situation nicht verbessere – solle ein „modaler Filter“ an der Augustenstraße aufgebaut werden, schlägt der ADFC vor. Modale Filter sind zum Beispiel Poller, Pfosten oder Blumenkübel, die eine Durchfahrt erschweren.
Zudem könne die Rotebühlstraße, von der Augustenstraße her kommend, mit dem Fahrrad nicht komfortabel überquert werden, kritisiert der ADFC. „Die für Radfahrende bestehende Sackgassensituation sollte dringend durch eine Anpassung der Ampelregelung gelöst werden“, heißt es in einer Pressemitteilung.