VfB gegen Maccabi Polizeieinsatz rund um Europa-League-Spiel kostete mehrere Millionen Euro

Mit einem Großaufgebot sicherte die Polizei am 11. Dezember die Partie zwischen dem VfB Stuttgart und Maccabi Tel Aviv. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Mitte Dezember herrschte rund um die Partie des VfB gegen Maccabi Tel Aviv Ausnahmezustand in Stuttgart. Nun steht fest, was der massive Polizeieinsatz gekostet hat.

Digital Desk: Michael Bosch (mbo)

Einen so großen Polizeieinsatz wie rund um die Europa-League-Partie des VfB gegen Maccabi Tel Aviv (4:1) Mitte Dezember hatte Stuttgart aufgrund eines Fußballspiels zuvor wohl nicht gesehen. Nun steht fest, was das Ganze gekostet hat. Rund 2,47 Millionen Euro seien „inklusive Raum- und Ausstattungskosten sowie sächlichem Verwaltungsaufwand“ zusammengekommen, teilt das Polizeipräsidium Stuttgart mit. An dem Tag waren um die MHP-Arena, aber auch in der Innenstadt und im restlichen Bad Cannstatt, insgesamt „mehrere Tausend Beamte“ im Einsatz. Genaue Zahlen nennt die Pressestelle der Polizei in Stuttgart nicht. Ebenso wenig die Zahl der insgesamt geleisteten Einsatzstunden.

 

Ermittlungen wegen mutmaßlich rassistischer Schmähgesänge

Aber: Das Großaufgebot sei gerechtfertigt gewesen, lautete das Fazit der Polizei im Nachgang. Tatsächlich wurden rund um die Partie keinerlei größere Störungen verzeichnet. In der Nähe des Hauptbahnhofs hatte es einen Übergriff mit zwei Verletzten gegeben, der vermutlich von Maccabi-Anhängern ausging, außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft weiterhin wegen mutmaßlich rassistischer Schmähgesänge, die einige der rund 400 israelische Fans im Schlossgarten angestimmt hatten. Die Uefa verhängte eine Geldstrafe von 20 000 Euro gegen den Club.

An den Eingängen zum Stadion wurde strenger kontrolliert als bei einem „normalen“ Bundesligaspiel. Lange Schlangen waren die Folge. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Überdies waren an mehreren Orten in der Stadt Graffiti, Plakate und Banner mit „propalästinensischen Bezügen“ aufgetaucht. Die Polizei schrieb hinterher von einem „friedlichen Fußballspiel“, Einsatzleiter Carsten Höfler bilanzierte: Die Beamten hätten ihren „Auftrag erfüllt und das ist ein Erfolg unserer Sicherheitsarchitektur in Stuttgart“.

In der vergangenen Woche war mit einem ähnlich großen Einsatz die Partie des SC Freiburg gegen den israelischen Rekordmeister (1:0) gesichert worden. Wie in der Landeshauptstadt hatte es auch im Breisgau keine konkrete Gefährdungslage gegeben. Begründet worden war das massive Polizeiaufgebot mit einer abstrakt hohen Gefahr, dass deutsche Städte Ziele islamistischer Anschläge werden können.

Auch Angriffe auf die Mannschaft und israelische Fans sollten verhindert werden, und nicht zuletzt wurde nach Ausschreitungen – etwa im Herbst 2024 beim Auswärtsspiel in Amsterdam – auch befürchtet, dass gewaltbereite Fans in den Reihen der Anhänger von Maccabi Tel Aviv sein könnten.

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