VfB gegen Maccabi Tel Aviv Catering-Chaos in der MHP Arena – das sagen Verein, Polizei und Zoll dazu

Zigtausende VfB-Fans wunderten sich über die mangelnde Verpflegung in der MHP Arena. Foto: IMAGO/Pressefoto Baumann

Kein Bier, kaum Wurst und kaum andere Getränke – für das leibliche Wohl von VfB-Fans war am Donnerstag nur unzureichend gesorgt. Auf der Suche nach den Gründen.

Rein sportlich war der 4:1-Sieg in der Europa League am Donnerstagabend gegen Maccabi Tel Aviv aus Stuttgarter Sicht ein voller Erfolg. Allerdings trübte die unzureichende Catering-Versorgung in der MHP Arena die Stimmung von zigtausend Fans. In sozialen Medien häufen sich Beschwerden, wonach es kein Bier und kaum Essen und alkoholfreie Getränke gegeben habe. Die Fans machten ihrem Ärger im Stadion unverhohlen Luft. Woran hat das gelegen?

 

So habe es nur einen Stand in der Cannstatter Kurve gegeben, „das Essen war eine Stunde vor Spielbeginn weg“, schildern Beobachter; „die Fans haben eine Stunde angestanden, um das dann vorne zu erfahren.“

Nicht einmal alkoholfreies Bier

Ein anderer Fan schreibt in sozialen Netzwerken zu einem Bild, das eine lange Schlange zeigt: „Das ist die Schlange zu einzigem Imbissstand hier in dem Bereich. Zudem gibt es im kompletten Stadion kein Bier, noch nicht mal alkoholfreies. Außer natürlich in den VIP Bereichen.“

Auch Leser unserer Zeitung machten ihrem Frust in Zuschriften Luft. „Bei internationalen Spielen fast kein Speisestand geöffnet, kein Bier, auch nicht alkoholfrei. Unmöglich. Unprofessionell. Der Ticketpreis ist ja auch nicht reduziert“, hieß es dort etwa.

Wut an Stand-Mitarbeitern ausgelassen

Tatsächlich ist die Tatsache, dass das Catering dürftig ausfallen würde, nicht nur vom VfB selbst, sondern auch von der Polizei kommuniziert worden. Diese schrieb auf der Plattform X: „Der VfB informiert, dass heute (...) nur eine Grundversorgung mit alkoholfreien Getränken in der MHP-Arena zur Verfügung steht. Es werden keine alkoholhaltigen Getränke ausgegeben und an den Kioskanlagen wird kein Essen ausgegeben.“ Nachfragen zu den Gründen beantwortete die Polizei nicht – und verwies darauf, dass dies eine Entscheidung des Vereins gewesen sei.

Offenbar kam die Kommunikation zum Catering ohnehin nicht bei allen an. Stadionbesucher berichten, dass manche Fans „verärgert waren, zum Teil regelrecht ausgerastet sind“, weil man aus Sicherheitsgründen lange vor Anpfiff habe vor Ort sein müssen und „dann nichts zu Essen kaufen konnte“. Manche hätten ihre Wut demnach auch an den Imbissstand-Mitarbeitern ausgelassen.

Unterdessen wird auch am Freitagmorgen noch fleißig über den Anlass für das Catering-Chaos spekuliert. Im Netz macht das Gerücht die Runde, dass der Zoll für die Situation vor Ort verantwortlich gewesen sein soll. Dort weist man diese Vorwürfe jedoch entschieden zurück. „Es stimmt, dass wir Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Sicherheitskooperationsverbund durchgeführt haben“, sagt Thomas Seemann, Pressesprecher des Hauptzollamts Stuttgart, „aber das hat den Betrieb mit Sicherheit nicht so stark gefährdet.“ Zum Verbund gehören unter anderem Polizei, Zoll und Verein.

So seien „ein bis zwei Verstöße bei Kontrollen im Rahmen des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes“ festgestellt worden, außerdem seien 20 bis 30 Mitarbeiter des Stadion-Caterers „nachüberprüft“ worden. Gerüchte, wonach die Mitarbeiter beim Anblick der Zollkontrollen zu fehlenden Aufenthaltstiteln und ähnlichen Problemen vor der MHP Arena direkt das Weite gesucht hätten, will der Sprecher nicht bestätigen. „Ich war selbst vor Ort, dass 100 bis 150 Mitarbeiter auf dem Absatz kehrt gemacht hätten, wie in sozialen Medien behauptet, kann ich nicht bestätigen“, sagt Seemann. Nennenswerte Verzögerungen im Ablauf des Caterings habe es durch die Aktivitäten des Zolls nicht gegeben.

VfB verspricht Aufarbeitung

Der VfB Stuttgart selbst sagt, dass es beim Caterer „organisatorische und personelle Schwierigkeiten“ gegeben habe. Details dazu könne nur der Dienstleister verraten. „Der VfB wird die Thematik im Nachgang aufarbeiten“, so ein Sprecher des Clubs. Dieser will sich in Kürze zu dem Sachverhalt äußern.

Beim Caterer war am Freitagmorgen telefonisch niemand zu erreichen. Auch schriftliche Anfragen blieben kurzfristig unbeantwortet.

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