Die VfB-Profis Angelo Stiller, Jamie Leweling und Deniz Undav dürfen sich nach Medienberichten über eine WM-Teilnahme mit dem deutschen Team freuen. Foto: IMAGO/Nico Herbertz
Bei der WM wird das VfB-Trio Deniz Undav, Jamie Leweling und Angelo Stiller nach Medienberichten dabei sein. Doch es gibt auch Enttäuschte – und einen Wackelkandidaten.
Offiziell ist die Bekanntgabe des 26 Spieler umfassenden deutschen Kaders für die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada für diesen Donnerstag um 13 Uhr auf dem Campus des deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt angesetzt. Doch schon vorab sind gerade aus Sicht des VfB Stuttgart wichtige Informationen durchgesickert.
So ist nach übereinstimmenden Medienberichten ein Trio der Cannstatter sicher bei der Fußball-WM vom 11. Juni bis 19. Juli dabei: Demnach wird der Bundestrainer Julian Nagelsmann neben Stürmer Deniz Undav und Flügelmann Jamie Leweling auch den defensiven Mittelfeldspieler Angelo Stiller in sein Aufgebot für das Endturnier berufen.
Am Dienstagvormittag soll dieses Trio bereits telefonisch von Nagelsmann darüber informiert worden sein, dass es bei der Weltmeisterschaft zum DFB-Kader gehört. Gut gelaunt erschienen die drei letztlich um 13 Uhr auf dem Trainingsplatz der Stuttgarter, wo sich der VfB unter der Leitung von Cheftrainer Sebastian Hoeneß auf das DFB-Pokalfinale an diesem Samstag (20 Uhr) im Berliner Olympiastadion gegen den FC Bayern München vorbereitete.
Auf dem Trainingsplatz an der Mercedesstraße ist die Stimmung aber nicht bei allen Akteuren im Zeichen des roten Brustring die beste gewesen. Denn es hat bezüglich der WM-Teilnahme auch Enttäuschungen im Kreise der VfB-Profis gegeben: So wurden Flügelspieler Chris Führich, Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt und Rechtsverteidiger Josha Vagnoman offensichtlich bereits darüber informiert, dass sie nicht zum deutschen Aufgebot zählen werden.
Weiter unklar ist, ob auch VfB-Torwart Alexander Nübel mit zur WM fährt. Foto: IMAGO/Schüler
Und auch eine Hängepartie gibt es: Die Rolle von VfB-Torhüter Alexander Nübel ist mit Blick auf die WM offenbar noch völlig offen. Denn der Keeper soll noch keinen Anruf von Julian Nagelsmann erhalten haben.
Derweil ist bereits publik geworden, dass der Bundestrainer ganz offensichtlich den 40 Jahre alten Torhüter-Routinier Manuel Neuer vom FC Bayern für die Nationalmannschaft reaktivieren wird – und dieser dann auch bei der WM als Nummer eins im deutschen Tor stehen soll. Neuer (bisher 124 Länderspiele) hatte zuletzt beim mit 1:2 verlorenen EM-Viertelfinale gegen Spanien am 5. Juli 2024 in Stuttgart für die Nationalelf gespielt.
Da Neuer nur eine Woche vor Beginn der WM-Vorbereitung im fränkischen Herzogenaurach plötzlich wieder im Spiel ist, bringt dies ziemlich abrupt das Torhüter-Karussell im deutschen Lager noch einmal neu in Schwung. Das hat auch Auswirkungen auf den VfB-Keeper Nübel, der bislang als Nummer zwei hinter dem Hoffenheimer Oliver Baumann vorgesehen war.
Baumann, der zuvor in sämtlichen Partien der WM-Qualifikation im deutschen Tor stand, hat offensichtlich bereits zähneknirschend akzeptiert, als Nummer zwei zur Endrunde zur fahren, was für ihn ein harter Schlag ist. Wird aber aus Nübel, der ehemaligen Nummer zwei, auch automatisch die neue Nummer drei?
Zweifel sind angebracht, denn auch eine komplett neue Konstellation ist denkbar, sollte der Bundestrainer nicht nur Neuer, sondern auch dessen designierten Bayern-Nachfolger Jonas Urbig mit zur WM nehmen wollen. Klar ist, dass sich das FCB-Torwartduo bestens versteht – und sich Neuer auch als Mentor für den 18 Jahre jüngeren Ex-Kölner sieht.
Womöglich ist Nübel also hinter Neuer, Baumann und Urbig gar nur die neue Nummer vier der Hierarchie – und würde in diesem Fall nur dann ein WM-Ticket erhalten, sollte die DFB-Elf mit vier Torhütern nach Übersee reisen. Dies würde erklären, warum Nübel noch keinen Anruf erhalten hat. Vor zwei Jahren wurde der Keeper kurzfristig ausgebootet, als er noch an einem Vorbereitungs-Lehrgang teilnahm – dann aber nur das Trio Neuer, Marc-André ter Stegen und Baumann bei der Heim-EM 2024 mit dabei war.
Während Nübel noch abwarten muss, hat ein VfB-Trio das WM-Aus bereits ereilt. Dazu zählt neben dem Außenseiter-Kandidaten Josha Vagnoman, der bei seinem Länderspiel-Kurzeinsatz im März gegen Ghana keinen guten Eindruck hinterließ, auch der in der Bundesliga zuletzt so formstarke Chris Führich. Ebenfalls nicht mit dabei ist Führichs Partner auf der linken Stuttgarter Seite, Maximilian Mittelstädt, der sich links hinten mit dem Leipziger David Raum und dem Frankfurt Nathaniel Brown großer Konkurrenz ausgesetzt sah. Bei der EM 2024 war dieses VfB-Duo noch mit dabei.
Jubeln darf derweil neben Deniz Undav und Jamie Leweling, deren WM-Nominierung schon länger als ziemlich sicher galt, auch Angelo Stiller, der Denker und Lenker des VfB-Spiels. Schließlich galt ein Platz für Stiller im deutschen Aufgebot lange als äußerst unsicher, weil sich der 25-Jährige aus Sicht von Nagelsmann nicht als Mann für die zweite Reihe eigne. Doch durch konstant starke Leistungen im VfB-Dress hat Angelo Stiller offenbar auch den Bundestrainer von seinen Qualitäten überzeugen können.