VfB Stuttgart bei Werder Bremen Aus 32 Metern – wie Jamie Leweling den VfB auf Siegkurs bringt

Jubelnde VfB-Spieler: Chris Führich, Atakan Karazor, Deniz Undav und Jamie Leweling (von links) Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Der Flügelstürmer ist beim 4:0 in Bremen als Torschütze und Vorbereiter der Mann des Abends im Weserstadion. Dabei zeigt er Wucht und Präzision.

Sport: Marco Seliger (sem)

Der VfB Stuttgart hat das letzte Auswärtsspiel des Jahres erfolgreich bestritten. Trotz der strapaziösen Wochen, die der Fußball-Bundesligist zuletzt hinter sich bringen musste. Doch in Bremen war nichts davon zu merken, dass die Spieler von Trainer Sebastian Hoeneß neun Spiele mehr in den Beinen hatten als die Werder-Profis – der VfB gewann mit 4:0 nach Toren von Bilal El Khannouss, Jamie Leweling, Deniz Undav und Chris Führich. Mann des Abends war dabei Leweling, der nicht nur traf, sondern auch als Vorbereiter in Erscheinung trat.

 

Die Stuttgarter bleiben mit dem souveränen Sieg als Sechster in der Tabelle oben dran – mit nun 25 Punkten. Das war das Ziel, ehe am nächsten Samstagnachmittag vor der Weihnachtspause die TSG Hoffenheim in die MHP-Arena kommt. Eine Begegnung, die es in sich hat, da beide Teams eng beieinander liegen und ihre guten Ausgangspositionen untermauern wollen.

„Das war nach einem offenen Beginn ein absolut verdienter Sieg“, sagte Hoeneß, der in Bremen seine Startelf einmal mehr veränderte – gegenüber dem Europa-League-Erfolg gegen Maccabi Tel Aviv am vergangenen Donnerstag auf fünf Positionen. Lorenz Assignon (gesperrt), Maximilian Mittelstädt, Lazar Jovanovic (nicht im Kader), Tiago Tomas und Chris Führich gehörten im Weserstadion nicht zur Anfangsformation. Dafür kamen Josha Vagnoman, Jeff Chabot, Jamie Leweling, Bilal El Khannouss und Nikolas Nartey zum Einsatz. Und die durchrotierten Gäste benötigten anfangs etwas zu lange, um voll in Tritt zu kommen. Vor allem der Werder-Stürmer Justin Njinmah machte Betrieb mit zwei gefährlichen Aktionen (3./9.).

Der Torhüter Alexander Nübel blieb dann zunächst mehr im Fokus, als den Stuttgartern lieb sein konnte. Zumal der vermeintliche Führungstreffer durch Deniz Undav nicht lange Bestand hatte, da der Videoschiedsrichter eingriff – der VfB-Torjäger befand sich nach dem starken Steilpass von Angelo Stiller vor seinem eleganten Heber knapp im Abseits (23.).

Einmal mehr trifft Deniz Undav. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Doch damit war die neue Richtung vorgegeben. Der VfB gewann an Überlegenheit, was Chancen für Undav (36.) und Atakan Karazor (37.) verdeutlichten. Über den hohen Ballbesitz entwickelte die Hoeneß-Mannschaft mehr und mehr Spielkontrolle. Und was anfangs träge wirkte, war plötzlich Kalkül. Denn mit viel Ruhe bereiteten die Stuttgarter ihre Führung vor. Letztlich flankte Leweling und El Khannouss war mit dem Kopf zur Stelle (40.). Wenig später hieß es sogar 2:0 durch den Weitschuss von Leweling (44.).

Der Nationalspieler zeigte somit beim schwäbischen Doppelschlag, dass er es links wie rechts kann – erst flankte Leweling präzise, dann schoss er hart (122 Stundenkilometer wurden gemessen). „Das habe ich im Training geübt und ein Tor aus 32 Metern ist natürlich außergewöhnlich“, sagte Leweling. Ausgelassen ließ sich der VfB-Flügelstürmer deshalb von den Mannschaftskollegen feiern – und die Bremer schauten bedröppelt aus ihren grün-weißen Trikots.

Die Werder-Spieler kamen natürlich mit Wut und Wucht aus der Halbzeit, aber der VfB hielt dagegen. Und war nach einer knappen Stunde in Überzahl, da der Abwehrspieler Karim Coulibaly nach einem Foul an Karazor die Gelb-Rote Karte sah (59.). Nach einem unsauberen Ballkontakt hatte er den VfB-Kapitän, der die meisten seiner Zweikämpfe im Mittelfeld erfolgreich bestritt, am Knöchel getroffen. Da war es zu verschmerzen, dass Leweling die dabei herausspringende Chance ausließ.

Danach ging es für die Stuttgarter darum, das Geschehen im Griff zu behalten, ohne in der Defensive nachlässig zu werden. Kompakt und konsequent spielten sie gegen den Ball. Die letzten Zweifel beseitigte in der Offensive einmal mehr Undav, der das 3:0 erzielte (79.) – auf Vorlage von Leweling. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Führich, der in der Nachspielzeit traf.

Die Bremer traten allerdings auch zu schwach auf, um nach dem Pausenrückstand noch eine Wende zu erzwingen. Womit ihre kleine Heimserie von vier ungeschlagenen Partien riss und der VfB nach zuletzt drei Ligaspielen ohne Sieg (ein Unentschieden, zwei Niederlagen) wieder als Gewinner vom Platz ging. Dadurch geht das Hoeneß-Team mit reichlich Selbstvertrauen in das letzte Heimspiel des Jahres.

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