VfB Stuttgart Chema: „Wir wissen, wie wir Bayern weh tun können“

Breite Brust: Chema und der VfB spielen Champions League. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Der Mittelfeldspieler spricht über die Kabinenfeier mit deutschem Bier, ein mögliches Duell mit Real Madrid in der Champions League – und das Pokalfinale.

Sport: David Scheu (dsc)

Toreschießen gehört nicht ja zu den Kernaufgaben von Chema – und doch rahmen zwei Kopfballtreffer des zentralen Mittelfeldspielers die Saison des VfB Stuttgart ein. Jener zum 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach brachte im August 2025 die ersten Zähler der Saison, der zur frühen Führung bei Eintracht Frankfurt (2:2) ebnete den Weg zum Punktgewinn am letzten Spieltag und zum Einzug in die Champions League.

 

Dieser Teamerfolg war dem jungen Spanier dann auch deutlich wichtiger als das persönliche Glücksgefühl. „Es war ein wirklich spezielles Tor“, sagte er zwar im Anschluss – lenkte dann aber schnell den Blick aufs große Ganze: „Es ist egal, wer das Tor macht. Wichtig ist, dass wir es in die Champions League geschafft haben.“ Es sei eine richtig starke Saison gewesen: „Wir haben wirklich gute Fortschritte gemacht und verfügen über viele Optionen im Kader“, so Chema, der in Frankfurt den gesperrten Kapitän Atakan Karazor vertrat und in dieser Bundesliga-Saison auf insgesamt 25 Einsätze kam. Happy End inklusive. „Jetzt“, so der technisch versierte und groß gewachsene Mittelfeldspieler, „müssen wir das alles erstmal feiern.“

Chema: „Der Einzug in die Champions League gibt uns Selbstvertrauen“

Das tat dann auch Chema in der Kabine in Frankfurt. Die von ihm favorisierte spanische Musik konnte er zwar nicht durchsetzen – „aber wenn du gewinnst, kümmert dich das nicht wirklich. Du gehst einfach mit dem Vibe.“ Auch das eilig angeschleppte deutsche Bier sei „wirklich gut“ gewesen.

In der kommenden Saison könnte es für den 21-Jährigen nun in der Königsklasse zum Duell mit seinem Jugendverein Real Madrid kommen, der eine Rückkaufoption besitzt. „Es wäre wirklich speziell, gegen Real Madrid zu spielen“, sagt Chema, der in der Vergangenheit auch immer wieder offen über seinen Traum gesprochen hatte, eines Tages zu den Königlichen zurückzukehren. Ermittelt werden Paarungen der Champions League erst Ende August, fest steht aber schon jetzt: Selbst wenn es nicht Real wird, kann sich der VfB auf zwei Schwergewichte aus dem ersten Lostopf freuen. Ob den FC Barcelona oder Paris Saint-Germain, ob Manchester City oder den FC Arsenal.

Chema im Hinspiel gegen den FC Bayern im Dezember (0:5) gegen Harry Kane Foto: Baumann/Volker Mueller

Der Modus bleibt dabei der gewohnte. Acht Spiele bestreiten die Stuttgarter in der am 8. September beginnenden Ligaphase, vier vor heimischem Publikum und vier auswärts. Am Ende ist mindestens Platz 24 von 36 Mannschaften für das Weiterkommen nötig.

Das alles ist noch Zukunftsmusik, auch für Chema. „Wir denken jetzt nicht an die nächste Saison, sondern an das Pokalfinale.“ Am kommenden Samstag will der VfB den großen Favoriten FC Bayern im Olympiastadion ärgern – und Mittelfeldakteur Chema gibt sich nach zuletzt drei Niederlagen in dieser Saison in der Bundesliga und im Supercup durchaus selbstbewusst: „Jetzt ist es eine neue Chance, wir sind erfahrener und wissen, wie wir ihnen weh tun können und wie wir gegen sie spielen müssen.“

Dass es kein abwartender Auftritt wird, ist dabei anzunehmen. „Der Einzug in die Champions League gibt uns viel Selbstvertrauen“, sagt Chema, der auch persönlich gute Erinnerungen an das jüngste Duell mit dem Rekordmeister hat. Beim 2:4 im April traf er in München sehenswert zum Endstand – womit er auf insgesamt drei Saisontore kommt. Keine schlechte Ausbeute für einen, dessen zentraler Job nicht das Toreschießen ist.

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