VfB Stuttgart Der Sieg des VfB hat diesmal viele Väter

Auf den Punkt zur Stelle: Ermedin Demirovic besiegt in Köln den Elfmeter-Fluch des VfB – und trifft zum 1:1. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Ein besonnener Elfmeterschütze, ein überraschender Matchwinner – und eine beeindruckende Effektivität vor dem Kölner Tor. Der VfB überzeugt diesmal in der Breite.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Lange hatte es nach einem Unentschieden ausgesehen: Doch letztlich hat der VfB den Geißbock zweimal zur richtigen Zeit an den Hörnern gepackt – und am Ende keineswegs unverdient seine ersten Auswärtspunkte der noch jungen Saison in Form eines 2:1-Sieges eingefahren.

 

Dabei galt diesmal für die Elf von Trainer Sebastian Hoeneß: Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss. Für eine Fußballmannschaft inmitten von zwei englischen Wochen am Stück darf das ja auch so mal sein. Vor allem, wenn man letztlich so effektiv vor des Gegners Tor agiert wie die Stuttgarter am fünften Spieltag in der Domstadt.

Fest steht aber auch: Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß hat spielerisch nicht geglänzt, ließ sich aber nach dem frühen Rückstand durch Kölns Kaminski (4.) nicht entscheidend aus dem Tritt bringen - und hat nun eigene Spieltagshelden in seinen Reihen stehen. Zum Beispiel den besonnenen Ermedin Demirovic, der den Elfmeter-Fluch des VfB besiegte. Souverän schob der Mittelstürmer vom Punkt links unten zum 1:1 ein.

Dass sich die VfB-Fans in der mit 50.000 Besuchern ausverkauften Arena letztlich im Rausch des Sieges in den Armen liegen durften, lag dann an einem Spieler, dem man noch nach zwei Dritteln der Partie nicht zwingend die Rolle des Matchwinners zugetraut hatte. Josha Vagnoman startete mit einigen Stellungsfehlern schwach in die Partie – war dann aber in der 81. Minute zur Stelle.

Beherzt zog der Ex-Hamburger im Kölner Strafraum durch, bekam von Angelo Stiller einen Zuckerpass in den Lauf serviert – und schloss überlegt zum 2:1 ein. Dass Vagnoman überhaupt spielte und nicht Lorenz Assignon, sein Rivale auf der Position des Rechtsverteidigers, lag an dem Matchplan des Trainers Sebastian Hoeneß.

Der hatte mit Blick auf die englischen Wochen die Rotations-Maschine angeschmissen – und sein Team auf zahlreichen Positionen im Vergleich zur Europa League gegen Vigo verändert. So rückte auch der Kapitän Atakan Karazor nach zwei Partien ohne Startelfplatz wieder in die Anfangsformation – und machte ein ordentliches Spiel.

Auch wenn nicht alle der Neuberufenen, wie etwa Chris Führich, eine Bereicherung des Stuttgarter Spiels darstellten, so hatte der Sieg des VfB in Köln diesmal viele Väter. Trainer Hoeneß hat die Breite seines Kaders erfolgreich ausgenutzt. Das spart angesichts des weiter anstehenden Mega-Pensums für seine Profis wichtige Kräfte.

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