VfB Stuttgart gegen 1. FC Heidenheim So war die Stimmung nach dem Spiel in der Kurve

Enttäuscht und konsterniert: Die VfB-Profis um Atakan Karazor (li.) und Chris Führich (schwarze Jacke) nach dem 0:1 gegen Heidenheim. Foto: imago/Steinsiek.ch

Nach dem 0:1 gegen den 1. FC Heidenheim – der sechsten Heimniederlage in der Bundesliga nacheinander – war der Gang in die Cannstatter Kurve ein schwerer für die Profis des VfB Stuttgart. Zunächst.

Sport: Marco Seliger (sem)

Vereinzelt gab es Pfiffe kurz nach dem Schlusspfiff aus der Cannstatter Kurve. Doch die Stimmung kippte nicht nach der sechsten Bundesliga-Heimniederlage des VfB Stuttgart nacheinander gegen den 1. FC Heidenheim – im Gegenteil. Denn nachdem sich Pascal Stenzel und Deniz Undav am späten Freitagabend über die Bande in Richtung der Fans vorgekämpft hatten und den Austausch suchten, war das Motto in der Kurve schnell klar: „Auf geht’s Stuttgart, kämpfen und siegen“, hallte es in Richtung Rasen, wo die konsternierten VfB-Profis standen und brav in Richtung Anhang applaudierten.

 

Mit lauten „VfB-Stuttgart“-Sprechchören im Rücken gingen die bedröppelten Jungs von Trainer Sebastian Hoeneß dann in die Kabine, was nochmals untermauerte, dass der Rückhalt der Anhängerschaft weiter da ist. Überstrapazieren sollten die VfB-Profis den Kredit aber nicht – nicht auszudenken, was passiert, wenn auch die letzten drei Ligaspiele in dieser Saison verloren werden und es mit gesenkten Köpfen und mieser Stimmung bei Team und Fans in Richtung des Höhepunkts gehen sollte: dem DFB-Pokalfinale am 24. Mai gegen den Drittligisten Arminia Bielefeld.

Die nächsten Liga-Aufgaben bis dahin jedenfalls haben es in sich. Am nächsten Samstag wartet der FC St. Pauli. Das Millerntor wird angesichts der möglichen Chance, den Klassenverbleib vorzeitig perfekt zu machen und ob der starken Leistungen der vergangenen Wochen brennen. Es folgen die Partien gegen den FC Augsburg und RB Leipzig – es geht also gegen zwei Teams, für die es im Kampf um die Europapokalplätze noch um alles gehen dürfte.

Beim VfB Stuttgart ist das nach dem 0:1 gegen Heidenheim nicht mehr so, die wohl letzte Chance auf einen Platz im internationalen Geschäft über die Bundesliga dürfte jetzt dahin sein. Der VfB ist Ende April 2025, so hart muss man das sagen: Mittelmaß. Jetzt braucht es den DFB-Pokalsieg, der mit dem direkten Einzug in die Gruppenphase der Europa League verbunden wäre. Mehr denn je steht das Finale in Berlin im Fokus aller Beteiligten.

Kann der Negativlauf also das große Pokalfinale belasten? „Da habe ich gar keine Angst“, sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth, „weil ich gegen Heidenheim eine Mannschaft gesehen habe, die unbedingt wollte und deswegen ganz klar zu sehen war, dass die Spannung nach wie vor hoch ist.“

Auch die Frage, ob die Gefahr bestünde, dass der Druck vor dem Pokalfinale mit zu vielen Niederlagen im Gepäck zu groß werde, versuchten die VfB-Strategen abzublocken. „Nein“, antwortete Trainer Sebastian Hoeneß. „Das ist ein Finale. Da geht es darum, dass du das gewinnst, unabhängig davon, was davor ist.“ Dass dieses Spiel die VfB-Saison rettet, „das ist ein Narrativ, das nicht wir benutzen“, ergänzte der Coach noch.

Woltemade ist ratlos

Wie auch immer man die Dinge deutet: Der VfB sollte mit Blick aufs Pokalfinale schnell die Kurve in der Liga kriegen. Und damit die ständig wiederkehrenden Muster (keine Effizienz vorne, Anfälligkeit auch gegen harmlose Gegner hinten) in den Griff bekommen. „Es ist langsam echt schwer, die Worte zu finden“, sagte Offensivmann Nick Woltemade nach dem 0:1 gegen Heidenheim noch – und versuchte, sich und seinen Kollegen irgendwie Mut zu machen: „Wir zeigen gute Leistungen. Wenn wir schlecht spielen würden und auch Spiele verlieren würden, wäre es noch beschissener.“

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