VfB Stuttgart gegen RB Leipzig Mit Biss und Wucht: So kämpfte sich der VfB zum Sieg
Mit einer enormen Willensleistung holt der VfB die drei Punkte gegen Leipzig – unsere Analyse nach den Stuttgarter Big Points.
Mit einer enormen Willensleistung holt der VfB die drei Punkte gegen Leipzig – unsere Analyse nach den Stuttgarter Big Points.
Als die Leipziger in der Nachspielzeit noch einen falschen Einwurf fabrizierten, war das Glück des VfB Stuttgart fast perfekt – wenige Minuten später kannten Jubel und Ekstase fast keine Grenzen mehr. 1:0 gegen RB Leipzig gewonnen, drei enorm wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten um die Champions-League-Plätze eingefahren: Der Sonntagabend war ein toller für die Weiß-Roten. Zumal der Dreier gegen die Roten Bullen auch noch Rückenwind verlieh vor dem Rückspiel im Achtelfinale der Europa League beim FC Porto (Hinspiel 1:2) am Donnerstag (21 Uhr/RTL).
„Der Sieg fühlt sich sehr gut an, weil es ein hartes Stück Arbeit war und wir uns belohnt haben“, sagte VfB-Taktgeber Angelo Stiller am Sonntagabend – ehe Siegtorschütze Deniz Undav das Kollektiv hervorhob: „Wir haben einfach versucht dagegenzuhalten, in den kleinen Momenten die Duelle zu gewinnen – wir haben eine sehr gute Mannschaftsleistung gezeigt.“
Dem wollte Trainer Sebastian Hoeneß am Ende nicht widersprechen: „Es war das berühmte Quäntchen Glück, das wir auf unserer Seite hatten, wir haben eine super kämpferische Leistung gezeigt. Ich habe eine Mannschaft gesehen mit großer Moral und Unterstützung füreinander.“
Zwischen den beiden Porto-Partien also war für den VfB am Sonntagabend RB Leipzig angesagt. Die Gäste kamen nach fünf Minuten zu einer guten Möglichkeit, als Yan Diomande von rechts quer legte und Romulo die Hereingabe einen Tick zu spät erwischte.
Im Duell der Champions-League-Aspiranten setzte Leipzig das nächste Zeichen, als Christoph Baumgartner nach einer Ecke mit links zum Abschluss kam – sein Schuss in Minute 15 ging knapp am Tor vorbei.
Und der VfB? Der mühte sich um Struktur und Dominanz, die aber nur in Ansätzen zu sehen war. Ermedin Demirovic kam zu einer Halbchance, es gab ein paar Ecken, das war es aber fürs Erste. Und so waren es wieder die Gäste, die zur nächsten Einschussgelegenheit kamen – nach einem Fehlpass von Demirovic im Mittelfeld hätte es wenig später fast das 0:1 gegeben. Aus Leipziger Sicht hätte es das Tor geben müssen. Denn nach einem Pass von David Raum stand Baumgartner in der 33. Minute plötzlich allein vor Keeper Alexander Nübel, traf den Ball aber nicht richtig und jagte ihn so in Richtung Oberrang der Cannstatter Kurve.
Wenig später dann hatte Stürmer Demirovic die erste große Möglichkeit für den VfB – er setzte seinen Kopfball aus kurzer Distanz neben das Tor.
Mit einem 0:0 ging es in die Pause. Etwas glücklich war das aus VfB-Sicht angesichts des Leipziger Übergewichts an guten Chancen. War die Hoeneß-Elf nach dem Europapokalspiel am Donnerstagabend gegenüber den ausgeruhten Leipzigern dann doch den berühmten Tick müder, körperlich und mental? Die zweite Hälfte sollte die finale Antwort am Sonntagabend geben.
Der Beginn des zweiten Durchgangs zeigte dabei in eine klare Richtung – in die des VfB. Mit Elan und Biss kamen die Weiß-Roten aus der Kabine, waren tonangebend, ehe es fast den frühen Nackenschlag gab. So lenkte Torhüter Nübel einen Kopfball von Nicolas Seiwald aus kurzer Distanz gerade noch so an den Pfosten (53.).
Und dann, ja dann übernahm der VfB mit Wucht und Entschlossenheit weiter das Kommando. Oder besser: Undav machte das. Erst scheiterte der Stürmer mit einem satten Schuss an Vandevoordt, ehe er nach einem Vandevoordt-Fehlpass von Chris Führich bedient wurde, frei vor dem Tor stand und überlegt zum 1:0 einschob (56.).
Sollte die Hoeneß-Elf diese Intensität bis in die Schlussphase auf den Platz bringen können? Zunächst sah es so aus, denn Leipzig kam vorne kaum noch zum Zug. Wer war da noch mal im Europapokal-Einsatz gewesen am Donnerstagabend? Eine Viertelstunde war noch zu spielen, als wenig bis nichts auf einen Leipziger Treffer hindeutete. Der VfB hatte das Spiel im Griff, es war ein reifer, abgezockter Auftritt.
Klar, die Stuttgarter nahmen Tempo heraus, große Chancen gab es auch in der Folge keine mehr – bis Leipzigs Willi Orban in der Nachspielzeit per Kopf den Pfosten traf. So standen die drei Punkte nach dem 1:0-Sieg, es waren sogenannte Big Points im Kampf um die Plätze in der Champions League.