Dass der Profifußball ein schnelllebiges Business ist, muss nicht extra erwähnt werden. Es zeigt sich dieser Tage ja mal wieder beim VfB Stuttgart. In den vergangenen Wochen hat der Trainer Sebastian Hoeneß fast schon „Untergangsszenarien“ wahrgenommen – sein Team hatte sechs Bundesligaspiele lang keinen Sieg geholt. Dann folgten der Einzug ins Endspiel um den DFB-Pokal (3:1 gegen RB Leipzig) und das 4:0 in der Liga gegen den VfL Bochum.
„Die Stimmung ist positiv“, berichtet Hoeneß nun – hält mehr Euphorie aber aktuell für unangebracht. Er mahnt: „Wir haben gerade mal ein Bundesligaspiel gewonnen.“
Doch herrscht mit Blick auf den 24. Mai eben große Vorfreude rund um das Clubhaus – dann steigt in Berlin das Pokalfinale. Und weil der VfB nun eine Reihe vermeintlich schlagbarer Gegner vor der Brust hat, wird auch schon wieder hochgerechnet: Reicht es doch wieder für die Qualifikation für die Champions League?
Acht Punkte liegen die Stuttgarter seit Freitagabend hinter RB Leipzig, das Vierter ist und damit in die Königsklasse einziehen würde. Zwischen RB und dem VfB rangieren aber auch noch vier andere Clubs, die Ziele haben. Daher hält Sebastian Hoeneß „gar nichts davon“, nun zu weit nach vorne zu blicken. Für ihn zählt ausschließlich: das Heimspiel gegen den SV Werder Bremen.
Das wird am Sonntag um 15.30 Uhr angepfiffen. Und immerhin: Hoeneß hofft auf den Start einer „Miniserie“. Also auf den dritten Sieg und zweiten Bundesligaerfolg in Folge. „Die Fans dürfen träumen“, sagt der Cheftrainer, „aber wir müssen in der Lage sein, uns zu fokussieren.“ Hoeneß will den neu erlangten Flow nach „Wochen, die gezehrt haben“, auf keinen Fall leichtfertig wieder verlieren. Um dann auch selbstbewusst ins Endspiel gehen zu können.
„Wir wollen“, sagt Sebastian Hoeneß, „in der Liga so gut wie möglich abschließen – das hilft uns auch fürs Pokalfinale.“ Und führt vielleicht auch über die Liga doch noch in einen europäischen Wettbewerb.