Der VfB Stuttgart II empfängt im letzten Spiel der Drittligasaison den Meister VfL Osnabrück. Wie bewertet der Coach Nico Willig die Spielzeit? Und wie geht es weiter?
An das Hinspiel beim VfL Osnabrück erinnert sich Nico Willig besonders gerne. Kurz vor Weihnachten, eine tolle Kulisse, die bis dahin schon satte Punktausbeute – und: ein 2:1-Erfolg bei jenem Team, das kürzlich Aufstieg und Meisterschaft frühzeitig klargemacht hat. „Dieses Spiel“, sagt der Coach des VfB Stuttgart II, „war das Highlight der Saison.“ Die nun zu Ende geht. Und auf die Nico Willig mit Zufriedenheit blickt. In zweierlei Hinsicht.
An diesem Samstag (13.30 Uhr) ist im Saisonfinale wieder der VfL Osnabrück der Gegner. Unter Druck steht keines der Teams mehr. Die Gäste aus Niedersachsen haben ihr Ticket in die zweite Liga längst gelöst. Und der VfB II muss sich schon seit Wochen nicht mehr mit einem Szenario in der vierten Liga beschäftigen.
Den Abstiegssorgen hat sich Willigs Team längst entledigt. Zwar gab es die eine oder andere Durststrecke innerhalb der Saison, doch zum richtigen und wichtigen Zeitpunkt holte der VfB dann jeweils doch wieder Punkte. „Das“, sagt Willig, „spricht für die Qualität und den Fokus, den die Mannschaft dann immer wieder hatte.“ Und auf die gefährliche Zone blieb so immer ein recht beruhigender Abstand.
Vor dem letzten Spieltag sind es elf Punkte auf den ersten Abstiegsplatz. „Wir haben es immer geschafft, konkurrenzfähig zu sein und konstant zu punkten“, sagt Willig, der zwar auch betont: „Es wäre vielleicht auch mehr drin gewesen.“ Im Großen und Ganzen aber „zufrieden“ ist. Weil auch Punkt zwei der Anforderungsliste an das Stuttgarter Nachwuchsteam als erfüllt angesehen werden kann. Da geht es vor allem um die Entwicklung einzelner Spieler.
„Die dritte Liga war wieder eine gute Bühne für die Jungs“, sagt Willig, der durch das schnell entstandene Polster nach hinten der Ausbildungsarbeit zügig mehr Raum geben konnte: „Schon im November beim Spiel in Aue haben wir drei A-Jugendspieler eingesetzt.“ Mirza Catovic, Florian Hellstern und Yannik Spalt wurden zu Stammspielern. Besonders in den Fokus hat sich Noah Darvich gespielt.
Der Ex-Freiburger kam im vergangenen Sommer, trainiert seitdem mit dem Profiteam, war an den Spieltagen aber meist Teil der Drittligamannschaft und wurde im Laufe der Saison „sehr, sehr wichtig“. Man habe den 19-Jährigen hin zu einer Rolle geführt, wie sie in der vergangenen Bundesligasaison Enzo Millot in der Profimannschaft innehatte. Für Nico Willig hat sich Darvich darin „zu einem Unterschiedsspieler“ entwickelt. 10 Tore und insgesamt 16 Scorerpunkte belegen das. Zudem wurde er als Newcomer der Saison gekürt.
Ob der VfB II auch künftig von Darwichs Klasse profitiert, ist offen. Auch Hellstern und Catovic könnte es (zumindest leihweise) wegziehen. Andere Spieler wie Samuele di Benedetto werden den VfB verlassen, von den A-Junioren rücken Talente auf, zumindest in der Vorbereitung erhalten sie ihre Chance. „Wir können wieder von einem Umbruch ausgehen“, sagt Nico Willig, der das als langjähriger Nachwuchscoach aber durchaus kennt.
Neu wird in der kommenden Saison die Lage in der Heimspielstätte des VfB II in Aspach. Hausherr SG Sonnenhof Großaspach ist zurück in der Dritten Liga und damit wieder direkter Konkurrent der Stuttgarter.
Bevor das zum Thema wird, steht aber noch das Saisonfinale gegen den künftigen Zweitligisten aus Osnabrück an - in das der VfB II zwar ohne Sorgen, aber mit Problemen geht. „Wir haben keinen Innenverteidiger“, sagt Nico Willig. Weil Maximilian Herwerth (Gehirnerschütterung), Dominik Nothnagel, Alexander Groiß, Michael Glück (verletzt) und Tim Köhler (gesperrt). Auch Catovic steht wegen einer Gelbsperre nicht zur Verfügung.