Jamie Leweling ist Pokalsieger 2025 – hat im Finale aber nicht gespielt. Foto: Baumann/Julia Rahn
Der VfB Stuttgart reist als Titelverteidiger zum DFB-Pokalfinale nach Berlin. Aber: Nicht jeder Stuttgarter hat echte Endspielerfahrung. Bei einem ist das überraschend.
Nick Woltemade hätte sich ja gefreut. Wenn sein früherer Mitspieler wieder große Töne gespuckt hätte. „Hau mal einen raus wieder, bitte“, schrieb der Ex-Stürmer des VfB Stuttgart dieser Tage auf Instagram. Doch der, den Woltemade aufforderte, hatte sich schon anders entschieden: „Dieses Jahr keine Ansage.“
Es war Jamie Leweling, der das am vergangenen Sonntag auf Instagram gepostet hatte. Der Nationalspieler des VfB spielte damit auf seinen Auftritt vor einem Jahr an. Der VfB hatte den Pokal gewonnen und sich damit für die Europa League qualifiziert. Bei der Feier auf dem Schlossplatz rief Leweling ins Mikrofon: „Wir können den Europapokal gewinnen.“
Die Reise endete dann im Achtelfinale. Und weil der VfB sich in dieser Saison über die Liga für die höherwertige Champions League qualifiziert hat, hält Jamie Leweling den Ball bislang lieber flach. Ob sich das ändert, sollte dem VfB im Endspiel um dem DFB-Pokal (Samstag, 20 Uhr/ARD) den FC Bayern schlagen?
Womöglich. Aber gerade Jamie Leweling wird vor dem Anpfiff eher demütig sein. Schließlich geht es für den 25-Jährigen erst einmal um etwas anderes: im Finale überhaupt auf dem Platz zu stehen.
Denn: Jamie Leweling gehörte vor einem Jahr zwar zum Kader und darf sich völlig zu Recht Pokalsieger nennen. Im Endspiel kam der Offensivmann aber gar nicht zum Einsatz. Was auch für andere aus dem aktuellen Kader gilt: Pascal Stenzel, Fabian Bredlow, Ameen Al-Dakhil oder Dan-Axel Zagadou.
Die Startelf beim 4:2 gegen Arminia Bielefeld war folgende: Alexander Nübel, Josha Vagnoman, Luca Jaquez, Jeff Chabot, Maximilian Mittelstädt, Atakan Karazor, Angelo Stiller, Enzo Millot, Deniz Undav, Chris Führich und Nick Woltemade. Eingewechselt wurden im Laufe der Partie Finn Jeltsch, Nikolas Nartey, Ermedin Demirovic und Ramon Hendriks.
Eine Premiere wäre ein Einsatz im DFB-Pokalfinale logischerweise auch für die Neuzugänge dieser Saison. Bilal El Khannouss hat sicher gute Chancen, auf dem Platz zu stehen, ebenso Lorenz Assignon, Tiago Tomas und Chema Andres. Dazu kommen noch Badredine Bouanani und Jeremy Arevalo.
Ziemlich sicher ist, dass Jamie Leweling diesmal zum Zug kommen wird. Und womöglich haut er nach dem Finale ja doch wieder einen raus.
Apropos „raus“. Für den einen oder anderen aktuellen VfB-Spieler könnte die Reise nach Berlin die letzte für die Weiß-Roten sein. Unter anderem der Vertrag von Pascal Stenzel läuft aus und wird wohl nicht verlängert. Ach beim dritten Torhüter Stefan Drljaca stehen die Zeichen auf Abschied. Bei dan-Axel Zagadou ist noch offen, ob er einen neuen Vertrag erhält.