VfB Stuttgart Tickets für alle – der neue Normalfall?
Für alle bisherigen Bundesliga-Heimspiele des VfB in diesem Jahr hat es einen freien Kartenverkauf für Nicht-Mitglieder gegeben. Es spricht aber einiges dafür, dass das nicht so bleibt.
Für alle bisherigen Bundesliga-Heimspiele des VfB in diesem Jahr hat es einen freien Kartenverkauf für Nicht-Mitglieder gegeben. Es spricht aber einiges dafür, dass das nicht so bleibt.
Wenn der VfB Stuttgart in den vergangenen Jahren vor heimischem Publikum antrat, galt eines eigentlich immer: ohne Vereinsmitgliedschaft keine Chance auf Tickets. Praktisch nie gingen Karten in den freien Verkauf, immer waren sie nach dem Mitglieder-Verkauf vergriffen, oft in kürzester Zeit.
Doch in diesem Jahr ist die Lage eine andere. Für alle bisherigen fünf Bundesliga-Heimspiele 2026 gab es einen freien Verkauf ohne Hürden zur Karten-Bestellung. Teils wurde dieser vom VfB wenige Tage vor Spielbeginn freigeschaltet wie gegen den 1. FC Köln, teils schon Wochen vorher wie gegen den VfL Wolfsburg. Und: Für Partie Nummer sechs am kommenden Sonntag gegen RB Leipzig (19.30 Uhr) stehen ebenfalls noch Restkarten für alle zur Verfügung.
Nun waren in diesem Jahr manche Gegner oder Anstoßzeiten (abends, werktags) nicht die attraktivsten, zudem ist die Nachfrage in der kalten Jahreszeit traditionell etwas geringer. Es gibt aber wahrnehmbare Unterschiede im Vergleich zu den Vorjahren. Ein Beispiel: Während für das Heimspiel gegen den SC Freiburg im Januar 2025 nach dem Mitglieder-Verkauf schon Wochen im Voraus keine Karten mehr zu haben waren, gingen für das Duell mit den Breisgauern im Februar 2026 die letzten Tickets erst kurz vor dem Spieltag im freien Verkauf weg. Und: Während das Bestell-Limit für Mitglieder bis Ende 2025 stets bei zwei Karten lag, kann hier inzwischen immer öfter eine Person sechs Tickets erwerben.
Die Nachfrage ist derzeit also einen Tick geringer. Weshalb? Auf die Preisstruktur lässt es sich nicht zurückführen. Sie ist weitgehend unverändert im Vergleich zur Vorsaison, in der Spitze waren die Karten 2024/25 sogar teurer. Während damals in der Champions League 125 Euro für die besten Plätze ohne VIP-Annehmlichkeiten aufgerufen wurden, liegt die Grenze in dieser Saison bei 95 Euro. Das galt auch für das Heimspiel gegen den FC Bayern.
Zugleich aber bestreitet der VfB in dieser Spielzeit durch den Europapokal das zweite Mal in Folge eine Vielzahl von Partien – womit sich in Kombination mit einem inzwischen gestillten Nachholbedarf nach den Geisterspielen während der Corona-Zeit der leichte Nachfrage-Rückgang ein Stück weit erklären lässt. Festzuhalten ist zudem: Ausverkauft war der Heimbereich beim VfB bislang nach wie vor immer – nur nicht so frühzeitig wie 2024 und 2025. Das gilt nicht für alle Bundesliga-Konkurrenten: Bei Borussia Dortmund blieben zum Beispiel im Februar im Hinspiel der Play-offs der Champions League gegen Atalanta Bergamo tausende Plätze auf der Nordtribüne leer, die vergleichbar mit der Untertürkheimer Kurve beim VfB ist.
Außerdem zeichnet sich ab, dass die Zeiten des freien Verkaufs beim VfB bald zu Ende sind. Für die beiden Europa-League-Heimspiele in diesem Jahr gegen Celtic Glasgow im Februar und den FC Porto am Donnerstag (18.45 Uhr) konnten ausschließlich Mitglieder Karten erwerben, wobei es für das Porto-Spiel nur noch wenige Restkarten gibt.
Es wäre keine Überraschung, wenn auch für die letzten vier Bundesliga-Heimspiele das Vorkaufsrecht auf die Mitglieder beschränkt bliebe. Die entscheidende Phase der Saison naht, die Gegner sind klangvoll oder direkte Konkurrenten: Borussia Dortmund, Hamburger SV, Werder Bremen und Bayer Leverkusen. Somit spricht einiges dafür, dass das Bundesliga-Spiel an diesem Sonntag gegen RB Leipzig zum vorerst letzten Mal die Chance zum unproblematischen Kartenkauf für Nicht-Mitglieder bietet.