VfB Stuttgart Zwei Vereinsrekorde – die Bestmarken der VfB-Saison
Der VfB ist in der zurückliegenden Saison nah herangekommen an mehrere Rekordwerte des Clubs – und hat zwei davon im Pokal und bei Auswärtsspielen sogar geknackt.
Der VfB ist in der zurückliegenden Saison nah herangekommen an mehrere Rekordwerte des Clubs – und hat zwei davon im Pokal und bei Auswärtsspielen sogar geknackt.
Dem letzten Akt blieb der Erfolg verwehrt, das Gesamtbild trübt das aber allenfalls minimal: Der VfB Stuttgart blickt trotz der Niederlage im Pokalfinale gegen den FC Bayern auf eine erfolgreiche Saison zurück, die den Einzug in die Champions League und ins Endspiel von Berlin brachte – und einige neue vereinsinterne Bestmarken.
Pokal-Doppelpack Nach dem Sieg 2025 gegen Arminia Bielefeld kam der VfB dieses Jahr erneut bis ins Finale um den DFB-Pokal im Berliner Olympiastadion. Zweimal in Folge gelang das dem Verein noch nie. Am nächsten dran war man vor knapp drei Jahrzehnten, als es nach dem Titelgewinn 1997 in der Folgesaison bis ins Halbfinale ging. Da war aber im Februar 1998 an einem Dienstagabend beim FC Bayern (0:3) nichts zu holen.
Punkte-Ausbeute Die 62 gesammelten Zähler stellen zwar keinen Stuttgarter Bundesliga-Rekord dar, sie reihen sich aber weit oben ein. Nur viermal übertraf der VfB seit Einführung der Drei-Punkte-Regel diese Zahl: in der Vizemeistersaison 2023/24 (73 Punkte), in der Meistersaison 2006/07 (70 Punkte) sowie in den Jahren 2004 und 2009 (jeweils 64 Punkte). Die gute Ausbeute war in der abgelaufenen Saison auch nötig für den Einzug in die Königsklasse. Durchschnittlich reichen 59 Zähler für Platz vier, dieses Jahr wurde Bayer Leverkusen mit dieser Punktzahl nur Sechster. Für den VfB steht nun die siebte Teilnahme an den Champions League an, schließt man den Vorgänger-Wettbewerb Europapokal der Landesmeister mit ein. Am weitesten ging es 2004 und 2010, als man jeweils im Achtelfinale stand.
Treffsicherheit Mit 71 Saisontoren gelangen dem VfB die zweitmeisten nach dem weit enteilten FC Bayern (122). Wesentlichen Anteil daran hatten die beiden Angreifer Deniz Undav und Ermedin Demirovic mit 19 respektive 12 Toren. Dass ein Stuttgarter Sturm-Duo zweistellig trifft, ist eine echte Seltenheit: 2023/24 gelang das Undav gemeinsam mit Serhou Guirassy – davor zuletzt in der Saison 1996/97 Fredi Bobic und Giovane Elber. Vom Allzeit-Bestwert in puncto Tore war die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß in der vergangenen Spielzeit übrigens neun Treffer entfernt. In der Saison 1982/83 netzte der Tabellendritte aus Stuttgart 80 Mal ein, wobei in Karl Allgöwer (21), Peter Reichert (14) und Didier Six (11) gleich drei Spieler zweistellig trafen. Es waren generell torreiche Jahre in Bad Cannstatt: Zwischen 1979 und 1985 knackte der VfB fünfmal die 70-Tore-Marke.
Auswärtsserie Üblicherweise tun sich Mannschaften vor heimischem Publikum ja leichter. In Bezug auf Punkte-Bilanz war das auch dieses Mal beim VfB so, der in der MHP-Arena 16 Zähler mehr holte als in der Fremde. Aber: Beim Blick auf die Tore zeigt sich eine echte Seltenheit. Die Stuttgarter trafen in der zurückliegenden Bundesliga-Saison auswärts deutlich häufiger (41 Mal) als vor heimischer Kulisse (30 Mal) – dank mehrerer Kantersiege. Insgesamt gelangen in der Fremde fünf Erfolge mit mindestens drei Toren Vorsprung: beim VfL Wolfsburg (3:0), bei Werder Bremen (4:0), bei Bayer Leverkusen (4:1), bei Borussia Mönchengladbach (3:0) und beim FC Augsburg (5:2). Zum ersten Mal überhaupt erzielte der VfB in jedem Bundesliga-Auswärtsspiel mindestens ein Tor. Saisonübergreifend steht die fortlaufende Rekordmarke sogar bei 21 Partien – zuletzt blieben die Stuttgarter im März 2025 bei Eintracht Frankfurt (0:1) ohne eigenen Treffer.
Comeback-Qualitäten Der VfB holte in dieser Saison 20 Punkte nach Rückstand – was zwar keinen Rekord darstellt, in der zurückliegenden Spielzeit aber nur vom FC Bayern (29) übertroffen wurde und ein wichtiger Erfolgsfaktor auf dem Weg in die Königsklasse war. Der letzte dieser Punktgewinne war dabei der wohl wichtigste: das 3:3-Remis nach 1:3-Rückstand am drittletzten Spieltag bei der TSG Hoffenheim, ohne das die Stuttgarter nächste Saison anstatt in der Champions League in der Europa League spielen würden – und ohne das die Bewertung der Saison sicher ein wenig anders ausgefallen wäre.