Vogelrettung in Ludwigsburg Applaus und ein Pokal: Dieser Feuerwehreinsatz bleibt unvergessen

Nach erfolgreicher Vogelrettung bekommen Marco Hänig, Dominik Durak und Christoph Schopf (von links nach rechts) einen Pokal überreicht. Foto: Feuerwehr Ludwigsburg

Feuerwehreinsätze enden selten mit Applaus und noch seltener mit einem Pokal. Doch genau das erlebten Feuerwehrleute nach einer Tierrettung in Ludwigsburg.

Volontäre: Olivia Denner (ode)

Zahlreiche Augen richten sich gespannt auf den Jungvogel, der sich in den Maschen eines Trampolins verfangen hat. Die Feuerwehrmänner Marco Hänig (39), Dominik Durak (29) und Christoph Schopf (43) wurden am Freitagabend in die Alt-Württemberg-Allee in Ludwigsburg gerufen. Kinder entdeckten den gefangenen Vogel beim Spielen und meldeten ihn direkt einem Erwachsenen. Anschließend beobachteten sie gemeinsam mit weiteren Anwohnern die Rettungsaktion.

 

Solche Tierrettungen kommen laut Pressestelle der Feuerwehr Ludwigsburg recht häufig vor und gehören nach dem Feuerwehrgesetz zu den wichtigen Aufgaben der Rettungskräfte. In diesem Fall lösten und entfernten die Einsatzkräfte vorsichtig die Spannfedern des Trampolins. Dann war es so weit: Der Vogel konnte durch die Öffnung schlüpfen und davonfliegen.

Ein besonderes Dankeschön

Spontaner Applaus und Freudenrufe erfüllten laut der Erzählung der Einsatzkräfte den Innenhof. Auch die Feuerwehrleute klatschten sich nach der gelungenen Rettung ab. Doch damit nicht genug: Ein zehnjähriger Junge kam daraufhin auf die Feuerwehrmänner zu. In der Hand: einen kleinen Pokal als Dankeschön.

„Das kam für uns völlig überraschend. Für uns war das etwas Besonderes. Ein Dankeschön oder anerkennende Worte bekommen wir immer wieder, aber einen Pokal hat vermutlich noch niemand von uns erhalten“, berichten die Einsatzkräfte.

Zurück auf der Feuerwache sei der Pokal schnell zum Gesprächsthema Nummer eins geworden. Aktuell steht er auf dem Schreibtisch im Wachschichtleiterbüro. Noch wird nach einem würdigen und dauerhaften Platz gesucht.

Applaus ist eher die Ausnahme

Denn Applaus und erst recht ein Pokal gehören nicht zum normalen Arbeitsalltag der Feuerwehr. Auch wenn die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben von den Menschen, denen sie helfen, oftmals viel Anerkennung und Dankbarkeit bekommen. Gleichzeitig wünschen die sich von der übrigen Bevölkerung manchmal etwas mehr Verständnis, zum Beispiel bei Straßensperrungen oder wenn Einsätze mit Lärm verbunden sind.

Zur Feuerwehr Ludwigsburg gehören rund 450 Mitglieder, davon etwa 260 aktive Einsatzkräfte. Sie arbeiten ehrenamtlich und hauptberuflich Hand in Hand und rücken jährlich zu rund 1000 Einsätzen aus. Anlässlich der Veröffentlichung der Feuerwehrjahresstatistik 2025 betonte baden-württembergs Innenminister Thomas Strobl, dass Feuerwehrangehörige oftmals ihre eigene Sicherheit riskierten, um Menschen in Not zu helfen, und dafür besondere Anerkennung verdienten.

Umso mehr freuen sich die Ludwigsburger Feuerwehrmänner Hänig, Durak und Schopf über die Reaktionen nach der erfolgreichen Tierrettung: „Wenn wir heute daran denken, haben wir immer noch ein Lächeln auf den Lippen.“

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