Volleyball Diese neun Spielerinnen verlassen Allianz MTV Stuttgart

Die vier prominentesten Abgänge bei Allianz MTV Stuttgart (v. li.): Jolien Knollema, Maria Segura Pallerés, Roosa Koskelo und Krystal Rivers. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Nach der 1:3-Heimpleite gegen den Dresdner SC ist für Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart nicht nur die Saison vorzeitig beendet, der Verein muss zudem einen großen Aderlass verkraften. Denn nicht nur die drei Legenden gehen.

Es ist im Frauen-Volleyball üblich, dass nach dem letzten Spiel der Saison die Tränen fließen. In den vergangenen drei Jahren waren es bei Allianz MTV Stuttgart stets Tränen der Freude, denn 2022, 2023 und 2024 holte das Team die Meisterschale. Diesmal jedoch drückten die feuchten Augen der Stuttgarter Volleyballerinnen deren Enttäuschung aus. Den Frust. Und den Ärger darüber, viele Abschiede verpatzt zu haben.

 

Erstmals seit 2015 hat der Bundesligist, der in der vergangenen Saison noch das Triple gewann und die klare Nummer eins in Deutschland war, durch ein 1:3 im dritten Duell gegen den Dresdner SC die Finalserie um die Meisterschaft verpasst. Was umso bitterer ist, weil erneut ein großer Umbruch ansteht – gleich neun Spielerinnen werden Allianz MTV Stuttgart verlassen.

Vereinslegenden treten in den sportlichen Ruhestand

Bereits im März verabschiedet worden waren die drei Vereinslegenden, die ihre Karriere beenden. US-Diagonalangreiferin Krystal Rivers, die finnische Libera Roosa Koskelo (beide seit 2018 beim MTV) und die spanische Außenspielerin Maria Segura Pallerés (seit 2020) haben eine Ära geprägt, in der 2019 nicht nur die erste Meisterschaft geholt wurde, sondern 2025 auch das erste Triple im deutschen Frauen-Volleyball. Dieses Kapitäninnen-Trio, das die Mannschaft stets nicht nur auf dem Spielfeld geführt hat, auch nur annähernd gleichwertig zu ersetzen, wird nicht möglich sein.

Beeindruckt hat auch Jolien Knollema. Die niederländische Außenangreiferin zeigte ihre stärksten Leistungen vor einem Jahr in der Finalserie gegen den SSC Palmberg Schwerin, die auch dank ihrer Angriffsqualität mit 3:2 gewonnen wurde. Anschließend reiste Jolien Knollema mit dem niederländischen Nationalteam zu den Olympischen Spielen nach Paris, danach absolvierte sie eine Saison, in der sie mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Nun zieht die Außenangreiferin weiter nach Florenz. In Madelyn Robinson wird noch eine dritte Außenangreiferin gehen. Sie erlebte ihren Höhepunkt am Anfang der Saison: Die US-Amerikanerin spielte nie wieder so gut wie beim Sieg im Supercup im September in der Porsche-Arena gegen den SSC Palmberg Schwerin.

Zwei Mittelblockerinnen sind künftig nicht mehr dabei

Im Sommer 2024 präsentierte der Triple-Sieger einen komplett neuen Mittelblock, richtig überzeugt hat aus dem damals neu verpflichteten Trio jedoch nur Lucia Varela Gomez. Die Spanierin bleibt in Stuttgart, die Verträge mit Kelsey Veltman und Breland Morrissette wurden dagegen nicht verlängert. Fehlen noch zwei Abgänge, von denen sich die Verantwortlichen wesentlich mehr versprochen hatten. Zuspielerin Milana Bozic und Libera Florien Reesink, die Nationalspielerinnen aus Bosnien und den Niederlanden, kamen sportlich in Stuttgart nie richtig an und spielten in der Saison, die nun so enttäuschend endete, nie eine gewichtige Rolle.

Insgesamt sind es neun Profis, die künftig nicht mehr im Kader von Allianz MTV Stuttgart stehen werden. Vor allem wegen der der Abgänge von Krystal Rivers, Roosa Koskelo und Maria Segura Pallerés sowie von Sportdirektorin Kim Renkema, die Ende Januar freigestellt worden war, sagt Trainer Konstantin Bitter: „Einen solchen Umbruch hat dieser Verein noch nie erlebt.“

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