Von der Oberliga in Liga drei Das steckt hinter dem Durchmarsch der SG Sonnenhof Großaspach

Großaspacher Meister-Jubel: Lukas Stoppel, Fabian Eisele, Marius Kunde (v.li.) feiern nach Spielende im Mainzer Bruchwegstadion. Foto: IMAGO/Jan Huebner

Die SG Sonnenhof Großaspach macht den Durchmarsch in die dritte Liga perfekt. Die Erfolgsgeschichte des Teams von Pascal Reinhardt begann an einem Tiefpunkt vor knapp zwei Jahren.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Es ist wie so oft im Leben und erst recht im Sport: Erfolgsgeschichten beginnen am Tiefpunkt. Bei der SG Sonnenhof Großaspach jedenfalls herrschte am 1. Juni 2024 allergrößte Tristesse. Innerhalb von fünf Minuten war das Team am letzten Spieltag in der Fußball-Oberliga von Platz eins auf Platz drei durchgereicht worden. Nach dem eine Woche zuvor mit 1:4 verlorenen WFV-Pokal-Finale daheim gegen den VfR Aalen musste nach dem 1:1 beim FC Holzhausen auch die Rückkehr in die Regionalliga abgeschrieben werden. Titel und Direktaufstieg gingen an den FC 08 Villingen, Vizemeister 1. Göppinger SV schaffte über die Aufstiegsspiele den Sprung nach oben.

 

Und die SG? Die musste sich erst einmal ganz kräftig schütteln. Die Führungsetage entschied, dass es mit Trainer Pascal Reinhardt weiter ging – trotz der Riesenenttäuschung. „Beide Seiten hatten Fehler gemacht, wir haben damals die Saison knallhart analysiert und uns für Kontinuität entschieden“, erinnert sich der Coach. Es war der Startschuss für einen Höhenflug, den in dieser Form keiner für möglich hielt, und der am Samstag kurz vor 16 Uhr im Mainzer Bruchwegstadion mit dem Durchmarsch in die dritte Liga ihren Höhepunkt fand.

Sektdusche für Erfolgscoach Pascal Reinhardt. Foto: IMAGO/Jan Huebner

Das 0:0 beim 1. FSV Mainz 05 II reichte, um zwei Spieltage vor Schluss bei nun sieben Punkten Vorsprung das Duell mit dem SGV Freiberg auch rechnerisch für sich zu entscheiden. „Das ist eine unfassbare Leistung, das ist eine unfassbare Saison“, sagte Reinhardt und gab dem Team erst einmal vier Tage frei. Nächste Saison geht es nicht mehr wie in dieser gegen Schott Mainz und Bayern Alzenau, sondern gegen 1860 München und Waldhof Mannheim. Der selbsternannte „Dorfclub“ spielt eine Klasse höher als der SSV Ulm 1846, dessen Abstieg in die Regionalliga seit Samstag definitiv feststeht.

Was die SG auszeichnete? Vor allem ihre mannschaftliche Geschlossenheit. Die Achse Maximilian Reule (Torwart), Antonis Aidonis (Abwehrchef) Volkan Celiktas (Kapitän und Sechser) sowie Fabian Eisele (22 Saisontore) gab die notwendige Stabilität. Der erst 33-jährige Reinhardt schaffte es, mit einer Mischung aus emotionaler Kumpeltyp und Autoritätsperson, die sich fachlich herausragend entwickelt hat, eine homogene Einheit zu schaffen. Im November absolviert er die Prüfung zur A-Lizenz. Durch den Aufstieg hat er die heiß begehrte Teilnahme am Lehrgang zur Uefa-Pro-Lizenz sicher.

Doch zunächst haben er und die SG noch ein anderes Ziel vor Augen. Am 23. Mai (Uhrzeit noch offen) soll im Gazi-Stadion auf der Waldau gegen die Stuttgarter Kickers der WFV-Pokal-Sieg und damit das Double geholt werden. „Das wird ein Fußballfest vor großer Kulisse. Wir werden alles daran setzen, unseren Titel zu verteidigen“, sagt Reinhardt.

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