Vorfall nach VfB-Spiel beim BVB „Dann ging alles sehr schnell“ – Busunternehmen äußert sich zu Angriff auf Fans

Auch wenn die Polizei derzeit keine Angaben macht, gibt es nun neue Details und Erkenntnisse. Foto: NonstopNews

Am Samstag kam es einer Raststätte in NRW zu einem gewaltsamen Zwischenfall. VfB-Fans wurden angegriffen. Nun gibt es neue Details und Erkenntnisse, auch der Busunternehmer spricht.

„Seit 15 Jahren fahren wir für die Fans des VfB – und nicht ein einziges Mal hatten wir solche Probleme“, sagt Alf Seitter, Geschäftsführer des Busunternehmens Seitter Shuttle + Tour aus Friolzheim. Der Schock über den Vorfall am vergangenen Samstag wirkt bei ihm und seinen Fahrern noch nach, erzählt Seitter im Gespräch mit unserer Zeitung. Auf der Raststätte Siegburg-West in Nordrhein-Westfalen war es am Samstagabend zu einem gewaltsamen Angriff gekommen – mitten auf der Heimfahrt der VfB-Anhänger.

 

Auf Nachfrage wollte die Polizei mit Blick auf die laufenden Ermittlungen vorerst keine Details nennen. Nachdem zunächst die Zuständigkeit bei der Kölner Polizei lag, hat in der Zwischenzeit die Polizei des Rhein-Sieg-Kreises die Ermittlungen übernommen. Auch ob es sich bei der angreifenden Gruppe tatsächlich um Frankfurt-Fans handelte, wollte die Polizei bislang nicht bestätigen. Nach Informationen unserer Redaktion ist jedoch davon auszugehen. Mittlerweile gesichert ist: Aufseiten der Stuttgarter waren 67 Fans beteiligt, und die Polizei weiß derzeit von einem verletzten VfB-Anhänger, der das Krankenhaus noch in derselben Nacht wieder verlassen konnte. Nach Informationen unserer Redaktion handelt es sich vornehmlich um Personen, die den Gruppen „Südbande“ und „Crew 36“ zuzuordnen sind.

Busunternehmen arbeitet schon viele Jahre mit den VfB-Fans zusammen

Die Fans hatten beim Friolzheimer Busunternehmen zwei Doppeldeckerbusse für die Fahrt zum Auswärtsspiel in Dortmund angemietet. Laut Seitter waren am Samstagabend beide Busse Teil eines Konvois aus insgesamt acht bis neun Fahrzeugen, die gemeinsam zurück nach Stuttgart fahren sollten.

Die Polizei war vor Ort. Foto: NonstopNews

Aufgrund der Verkehrslage in Dortmund war eines der beiden Seitter-Fahrzeuge ins Hintertreffen geraten und traf etwas später an der geplanten Rast in Siegburg ein.

Seitter, der selbst nicht vor Ort war, schildert den Ablauf so, wie ihn ihm die diensthabenden Fahrer später beschrieben haben: „Wegen der Lenkzeiten musste einer unserer Busse länger Pause machen. Die Fahrer haben sich kurz abgestimmt und entschieden, dass der Konvoi schon einmal weiterfährt, während dieser Bus noch wartet“, sagt Seitter. „Als der Konvoi weg war, kamen plötzlich Taxis angefahren, Leute stiegen aus – und dann ging alles sehr schnell.“ Zunächst habe es nach Angaben seiner Fahrer ein Wortgefecht gegeben, bevor die Situation eskalierte.

Busfahrer haben Schlimmeres verhindert

Als die Attacke begann, reagierten die beiden Fahrer nach Angaben des Unternehmens vorbildlich. Sie ließen die angegriffenen Fans wieder in den Bus einsteigen, warteten auf das klare Signal, dass alle Fahrgäste wieder an Bord waren, und fuhren – trotz beschädigter Tür – umgehend los. Erst am nächsten Parkplatz hielten sie erneut, trafen dort auf Polizei und Rettungsdienst und übergaben den verletzten Mann an die Sanitäter. Der Fan konnte später die Klinik verlassen und trotz stundenlanger Verspätung die Rückfahrt mit dem Bus fortsetzen. „Unsere Fahrer haben absolut souverän gehandelt und die Fahrgäste vor Schlimmerem bewahrt.“

Der beschädigte Bus wurde inzwischen begutachtet und am Montagmorgen repariert. Die beiden Fahrer blieben unverletzt, die Stimmung im Unternehmen ist dennoch gedrückt. In wenigen Tagen wird Seitter erneut VfB-Fans transportieren. Man stehe mit den Fanvertretern im Austausch, wie sich ein solcher Vorfall künftig verhindern lasse.

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