Bei Porsche stehen weitere Einsparungen an. Foto: dpa
Bei Porsche soll noch weit mehr eingespart werden als Anfang des Jahres, zugleich sind die Voraussetzungen dieses Mal schwieriger. Doch der Druck, Ergebnisse zu erzielen, ist immens.
Lange Jahre zählte Porsche zu den profitabelsten Autoherstellern der Welt – innerhalb kurzer Zeit aber sind die Gewinne dramatisch eingebrochen, bevor sie im dritten Quartal dieses Jahres sogar in Verluste umschlugen.
Das liegt nicht nur an Sondereffekten, sondern auch an grundlegenden Entwicklungen, auf die sich das Unternehmen einstellen muss.
Oliver Blume wird Porsche bald verlassen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Neuen bei Porsche müssen rasch zueinander finden
Das erste Sparpaket wurde Anfang des Jahres von Personalvorstand Andreas Haffner und dem Betriebsratschef Harald Buck ausgehandelt; auf beiden Seiten haben seither die Köpfe gewechselt, und sie haben angesichts des brutalen Drucks wenig Zeit, sich aufeinander einzuspielen.
Darüber hinaus wird der anstehende Chefwechsel zu Veränderungen der Strategie führen, die für die Verhandlungen ebenfalls bedeutsam werden können – und umgekehrt. Auch die anstehenden Betriebsratswahlen können einen Einfluss auf den Verhandlungsspielraum haben.
Xiaomi wartet nicht auf Porsche
Komplizierter könnte die Konstellation also kaum sein – und das jetzt, da es um die Zukunft geht. Doch klar ist auch, dass Porsche nicht viel Zeit hat, sich neu auszurichten. Die chinesische Konkurrenz, etwa der extrem günstige Anbieter Xiaomi, wartet nicht, bis Porsche sich sortiert hat. Der wirtschaftliche Absturz der vergangenen Monate hat allen Beteiligten eindrucksvoll vor Augen geführt, wie schnell und brutal selbst eine langjährige, hart erarbeitete Erfolgssträhne enden kann.
Einen weiteren Niedergang kann sich selbst Porsche nicht leisten. Im Gegenteil: Wer die Interessen der Beschäftigten nachhaltig sichern will, muss jetzt erst einmal alles daransetzen, das in seiner Stabilität gefährdete Unternehmen als Ganzes wieder wettbewerbsfähig zu machen.