Vortrag in Höfingen Seelsorge bleibt ein großes Thema

Felicitas Schwarzhaupt wird ab September ein Auslandsjahr in einem Krankenhaus in Togo absolvieren. Foto: Simon Granville

Felicitas Schwarzhaupt stellte im Juli ihre prämierte Arbeit zur christlichen Seelsorge erstmals öffentlich vor. Das Thema bleibt ihr eine Herzensangelegenheit.

Welche Rolle spielt christliche Seelsorge im Krankenhausbetrieb? Dieser Frage ist Felicitas Schwarzhaupt im Rahmen einer Projektarbeit für das Abitur nachgegangen. Ausgehend von theologischer Fachliteratur hat die 18-Jährige im Stuttgarter Diakoniekrankenhaus viele Gespräche geführt.

 

Ihre Rechercheergebnisse hat sie in einer Facharbeit zusammengefasst, die im Januar mit dem ersten Preis im landesweiten Wettbewerb „Christentum und Kultur“ ausgezeichnet wurde. Ihre Ergebnisse präsentierte Schwarzhaupt im Juli erstmals einer breiteren Öffentlichkeit im evangelischen Gemeindehaus Höfingen.

Anschließend fand eine Diskussionsrunde mit in der aktiven Seelsorge Beschäftigten und dem Publikum statt. Neben Gemeindepfarrer Haas erzählten auch Pfarrerin Michaela Schenk, die in der Seelsorge im Altenheim in Leonberg tätig ist, und Monika Friedrich, die sich im Hospiz Leonberg engagiert, von ihren Praxiserfahrungen.

Theorie und Praxis

„Ich war selbst neugierig und wollte auch, dass die Ergebnisse einer größeren Öffentlichkeit bekanntwerden können“, schildert Pfarrer Jochen Haas seine Intention zu dem Seelsorge-Abend. „Dass eine junge Frau sich so eingehend mit dem Thema beschäftigt hat, finde ich beeindruckend.“ Am Ende sei es ein stimmiger, rundum gelungener Abend gewesen, bei dem die Seelsorge aus theoretischer und praktischer Sicht durchleuchtet wurde. Die Veranstaltung sei auch dahingehend gut gewesen, um zu zeigen, was mit Geldern der Kirchensteuer passiert, betont Pfarrer Haas.

Funktion der Seelsorge Auch für Felicitas Schwarzhaupt war der Abend erkenntnisreich. „Es war schön, sich mit Seelsorgern auszutauschen“, resümiert die 18-Jährige. „Sie haben viele Dinge aufgegriffen und bestärkt, die ich theoretisch herausgearbeitet habe.“ Die Seelsorge stellt aus ihrer Sicht eine wichtige, leider häufig vernachlässigte Säule im Krankenhausbetrieb dar. „Während in der Medizin vorwiegend technisch-naturwissenschaftliche Lösungen gesucht werden, richtet sich die Seelsorge auf die individuellen Fragen des Menschen, sieht die Persönlichkeit und die Merkmale des Individuums“, verortet Schwarzhaupt die Hauptfunktion der Seelsorge. „In der Medizin geht das leider immer mehr verloren.“

Obwohl der Beruf viele Herausforderungen mit sich bringt, ist Felicitas Schwarzhaupt aufgefallen, dass „jeder Seelsorger, mit dem ich bisher Kontakt hatte, den Beruf liebt. Sie findet es beeindruckend, dass Menschen, die Beistand leisten, oft so im Einklang mit sich selbst sind.

Auslandsjahr und Studium geplant„Das Thema im Allgemeinen und meine Learnings werden mich weiter begleiten“, kündigt die frisch gebackene Abiturientin an. Ab September werde sie für ein Jahr in Togo in einem Krankenhaus arbeiten. Anschließend strebt Schwarzhaupt ein Medizinstudium an.

Das klingt für Pfarrer Jochen Haas bestimmt nach einem guten Thema für einen weiteren Vortragsabend im Jahr 2025.

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