Erfahren Sie hier, wie die Wahl in Ungarn gestern ausgegangen ist. So ist der aktuelle Stand.

Digital Desk: Lukas Böhl (lbö)

Bei der Parlamentswahl in Ungarn am 12. April 2026 hat die Tisza-Partei unter ihrem Vorsitzenden Magyar Péter klar gesiegt. Nach aktuellen Zahlen konnte die Partei eine deutliche Mehrheit der Sitze erringen und liegt weit vor der bisherigen Regierungskoalition aus Fidesz und KDNP.

 

Deutlicher Sieg für die Tisza-Partei

Die Tisza-Partei gewann die Wahl mit großem Vorsprung. Nach vorliegenden Ergebnissen kommt sie auf 138 Mandate, während Fidesz-KDNP auf 55 Sitze und die rechtsgerichtete Partei Mi Hazánk auf 6 Mandate kommt. Damit zeichnet sich eine stabile Mehrheit für die Tisza-Partei ab, die voraussichtlich sogar eine Zweidrittelmehrheit im Parlament erreichen könnte.

Quelle: Nemzeti Választási Iroda

Auch bei den Stimmenanteilen liegt die Tisza deutlich vorne. Nach fast vollständiger Auszählung kommt sie auf über 50 Prozent der Stimmen. Fidesz-KDNP bleibt mit rund 38 Prozent klar dahinter.

Orbán gesteht Niederlage ein

Ministerpräsident Viktor Orbán hat seine Niederlage bereits eingeräumt. Er gratulierte seinem Herausforderer Magyar Péter laut dessen Aussage telefonisch zum Wahlsieg. Nach 16 Jahren ununterbrochener Amtszeit endet damit Orbáns Zeit als Regierungschef.

In einer Ansprache betonte Orbán, dass seine politische Bewegung trotz der Niederlage bestehen bleibe. Rund 2,5 Millionen Wähler hätten weiterhin Vertrauen in seine Partei gesetzt. Die kommenden Tage würden der Aufarbeitung dienen, danach wolle man die politische Arbeit fortsetzen.

Magyar Péter kündigt politischen Neustart an

Magyar Péter sprach am Wahlabend von einem „historischen Sieg“. Vor Anhängern in Budapest erklärte er, dass nicht nur seine Partei, sondern „ganz Ungarn“ gewonnen habe. Mit rund 3,3 Millionen Stimmen habe die Bevölkerung ein starkes Mandat für einen politischen Wandel erteilt.

Er kündigte an, das politische System grundlegend zu erneuern und sprach von einem „friedlichen und reibungslosen Übergang“. Zudem forderte er mehrere hochrangige Amtsträger zum Rücktritt auf.

Außenpolitisch will Magyar Péter früh Akzente setzen: Erste Reisen sollen nach Polen, Wien und Brüssel führen, unter anderem um eingefrorene EU-Mittel für Ungarn zu sichern.

Wie es jetzt weitergeht

Trotz der Wahlniederlage bleibt die bisherige Regierung zunächst geschäftsführend im Amt. Sie darf jedoch keine weitreichenden politischen Entscheidungen mehr treffen.

Der ungarische Präsident muss innerhalb von 30 Tagen das neue Parlament einberufen. Anschließend wird er voraussichtlich Magyar Péter mit der Regierungsbildung beauftragen. Aufgrund der klaren Mehrheit kann die Tisza-Partei aller Voraussicht nach ohne Koalitionspartner regieren.

Die Wahl markiert damit einen politischen Einschnitt in Ungarn: Nach mehr als anderthalb Jahrzehnten endet die Ära Orbán – und ein Machtwechsel steht bevor.