Verdi bestreikt erneut den kommunalen Nahverkehr in mehreren Städten. Die Streik-Aussichten für den Rest der Woche gibt es hier im Überblick.

Digital Desk: David Hahn

Deutschland erlebt derzeit eine Streikwelle im öffentlichen Nahverkehr. Zuletzt kam es immer wieder zu Ausfällen im ÖPNV aufgrund von Warnstreiks. Auch diesen Donnerstag und Freitag stehen in mehreren Bundesländern und Städten Warnstreiks an. Wo kommt diese Woche überall zu Einschränkungen?

 

Warnstreiks in Hessen: ÖPNV in Frankfurt, Marburg, Gießen und Wiesbaden betroffen

Am Donnerstag, dem 19. Februar 2025, müssen sich Fahrgäste in Frankfurt am Main auf massive Ausfälle im Nahverkehr einstellen. Der Streik soll mit Betriebsbeginn starten. Laut dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) werden in Frankfurt am Main voraussichtlich alle neun U-Bahn-Linien und zehn Straßenbahnlinien der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) vom Streik betroffen sein. Damit steht das „Rückgrat des städtischen Nahverkehrsnetzes“ still, wie die VGF auf ihrer Webseite die aktuelle Situation beschreibt.

Trotz des Warnstreiks werden in Frankfurt am Main laut dem RMV die S-Bahn-Linien, die Regionalzüge, die städtischen Buslinien, der Schienenersatzverkehr für die U2 und die regionalen Buslinien und Express-Busse verkehren. Die Züge der Deutschen Bahn fahren ohne Einschränkungen.

Am Donnerstag kommt es in Hessen auch in Marburg und in Gießen zu Streiks, wobei die Auswirkungen geringer ausfallen als in Frankfurt am Main. Die Marburger Verkehrsgesellschaft geht Informationen der Hessenschau zufolge davon aus, dass die Busse am 19.02.2026 regulär fahren können. In Gießen werden ebenfalls kaum streikbedingte Auswirkungen auf den Busverkehr erwartet.

Am Freitag sollen sich Beschäftigte der Wiesbadener Verkehrsgesellschaft ESWE an einem Warnstreik beteiligen.

Bayern: Nächster Streik im Nahverkehr

Erst vergangene Woche hatte ein Streik bereits in vielen Städten Bayerns für Einschränkungen im ÖPNV gesorgt. In dieser Woche sind laut ver.di folgende Städte von Warnstreiks betroffen:

  • Bamberg: 17. und 18. Februar
  • Augsburg: 19. Februar
  • Regensburg: 19. und 20. Februar
  • Landshut: 20. Februar
  • Passau: 20. Februar

HVV, Hochbahn und VVH in Hamburg betroffen

Fahrgäste in Hamburg müssen sich von Dienstag, dem 17. Februar 2026, bis Donnerstag, dem 19. Februar 2026, auf Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat einen Wellenstreik bei den Verkehrsbetrieben der Hochbahn angekündigt, wodurch zahlreiche Verbindungen ausfallen können. Auch bei den VHH kommt es am 18. und 25. Februar zu einem Warnstreik.

Die Streiks bei der Hochbahn sind als sogenannte Wellenstreiks geplant. Dabei sind Arbeitsniederlegungen vom 17. bis 19. Februar vorgesehen, wobei an jedem Tag unterschiedliche Bereiche betroffen sein können. Die Hochbahn rechnet für die Tage mit eingeschränktem Betrieb. Welche Bereiche bestreikt werden, wird ver.di erst am jeweiligen Vortag bekannt geben. Die hvv-App und hvv.de informieren darüber, welche hvv-Linien fahren. Die Hochbahn wird ihre Fahrgäste zudem über die hvv-App und die Social-Media-Kanäle informieren.

Bei den VHH sind Streiks am 18. und 25. Februar angekündigt. Der erste Warnstreik bei den VHH dauert vom 18. Februar, ab 3 Uhr, bis 19.02.2026, 3 Uhr, für 24 Stunden an. Da jeweils nur ausgewählte Betriebshöfe oder Beschäftigtengruppen die Arbeit niederlegen, ist mit möglicherweise wechselnden Einschränkungen im Bus- und U-Bahnverkehr zu rechnen. Fahrgäste werden gebeten, ihre Fahrt tagesaktuell vor Fahrtantritt in der Fahrplanauskunft in der hvv-App und auf hvv.de zu prüfen.

Züge der Deutschen Bahn, wie S-Bahnen, Regionalbahnen (RB) und Regionalexpress (RE) sind nicht vom Streik betroffen und fahren wie gewohnt. Bei den Fähren der HADAG kommt es ebenfalls zu keinen Einschränkungen.

Warum wird aktuell im Nahverkehr gestreikt?

In den Tarifverhandlungen, die in allen Bundesländern meist mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen: kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird der Gewerkschaft zufolge zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.