Wegen der Militäreskalation im Nahen Osten dreht ein Condor-Flug von Stuttgart nach Dubai um. Die Airline streicht vorerst alle Dubai-Verbindungen.

Digital Desk: Jonas Schöll (jo)

Ein Condor-Flug von Stuttgart nach Dubai musste am Samstagmorgen wegen der eskalierenden Militärlage im Nahen Osten umdrehen. Die Maschine mit 93 Passagieren an Bord landete nach rund drei Stunden Flugzeit sicher wieder am Stuttgarter Flughafen – die Urlaubsträume der Reisenden wurden jäh gestoppt.

 

Wie Condor-Sprecherin Johanna Tillmann auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, kehrte Flug DE2546 „aufgrund der aktuellen Entwicklungen bedingt durch die militärischen Aktivitäten im Nahen Osten“ um. Die Airbus A320neo befand sich bereits über Pristina im Kosovo, als die Entscheidung zur Umkehr fiel. Um 11:56 Uhr Lokalzeit setzte die Maschine wieder in Stuttgart auf.

Condor-Crew informiert Passagiere in der Luft

Für die 93 Fluggäste an Bord war es ein Schock: Statt Sonne, Strand und Wolkenkratzern in Dubai hieß es plötzlich zurück nach Stuttgart. Die Crew musste die Reisenden während des Fluges über die sicherheitsrelevanten Entwicklungen informieren. Am Boden wurden die enttäuschten Passagiere von Condor-Mitarbeitern in Empfang genommen und betreut.

Hintergrund der drastischen Maßnahme: Israel und die USA hatten am Samstagmorgen Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Aus Teheran und mehreren anderen Städten wurden Explosionen gemeldet. Auch aus Riad in Saudi-Arabien und Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten waren starke Detonationen zu hören, nachdem der Iran seinerseits Ziele angegriffen hatte.

Stuttgart-Dubai-Flüge bis Sonntag gestrichen

Die Konsequenzen für den Standort Stuttgart sind erheblich: Condor hat vorsorglich alle Flüge zwischen Stuttgart und Dubai bis einschließlich 2. März ausgesetzt. „Wegen der aktuellen Sicherheitslage im Nahen Osten und den damit verbundenen Auswirkungen auf verschiedene Lufträume der Region“ sei diese Entscheidung getroffen worden, so Sprecherin Tillmann.

Sicher gelandet: Ein Airbus A320neo der Condor kehrte am Samstagmorgen mit 93 Passagieren nach Stuttgart zurück. (Symbolfoto) Foto: IMAGO/Zoonar

Die Airline steht nach eigenen Angaben im engen Austausch mit allen zuständigen Behörden und Partnern. „Abhängig von den weiteren Entwicklungen vor Ort kann es in den kommenden Tagen zu weiteren Flugplananpassungen kommen“, warnt Condor. Betroffene Passagiere würden umgehend informiert.

Kostenlose Stornierung und Umbuchung möglich

Für die gestrandeten Reisenden gibt es immerhin eine gute Nachricht: Alle betroffenen Gäste können ihre Flüge kostenfrei stornieren oder umbuchen. Condor-Kunden können sich direkt an den Kundenservice wenden, Pauschalurlauber sollten ihren Reiseveranstalter kontaktieren.

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„Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, die Sicherheit unserer Gäste und Besatzungsmitglieder hat für Condor jedoch zu jedem Zeitpunkt oberste Priorität“, betonte Sprecherin Tillmann.

Luftverkehr im Nahen Osten kollabiert

Der Stuttgarter Condor-Flug ist kein Einzelfall: Weltweit streichen Airlines massenhaft ihre Verbindungen in die Krisenregion. Die Lufthansa annullierte bis zum 7. März alle Flüge nach Tel Aviv, Teheran, Beirut, Amman und Erbil. Auch die Flüge nach Abu Dhabi wurden bis einschließlich Sonntag gestrichen.

Emirates, die große emiratische Fluggesellschaft, setzte sogar den gesamten Flugverkehr von und nach Dubai aus. Grund sei die Schließung mehrerer Lufträume in der Region. Auch Air France, Swiss, Turkish Airlines, British Airways und zahlreiche weitere Gesellschaften meldeten massive Ausfälle.

Mehrere Länder in der Region – darunter der Iran, Irak, Israel, Syrien, Kuwait, die VAE und Katar – schlossen ihre Lufträume ganz oder teilweise. Laut der Flugverfolgungs-Website FlightAware waren bis Samstagnachmittag mehr als 12.500 Flüge verspätet, über 1400 Flüge wurden komplett annulliert.

Der Flughafen Stuttgart war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.