Die Hoffnung auf Schnee an den Feiertagen gehört in Deutschland zur Tradition. Doch wie realistisch ist ein weißes Weihnachtsfest in diesem Jahr?
Je näher Weihnachten rückt, desto besser lassen sich Temperatur und Niederschlag einschätzen. Zwar sind langfristige Prognosen weiterhin mit Unsicherheiten verbunden, doch aktuelle Modellrechnungen zeigen bereits eine recht klare Richtung. Ein flächendeckender Wintereinbruch zeichnet sich bislang nicht ab.
Was sagen die Wetterdienste?
Nach aktueller Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes wird der 24. Dezember eher wechselhaft ausfallen. Die Temperaturen bewegen sich in einem Bereich, der vielerorts über dem Gefrierpunkt liegt. Schnee ist in den Vorhersagen derzeit kein Thema, vor allem deshalb, weil es voraussichtlich in weiten Teilen Deutschlands schlicht zu mild bleibt.
Das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage sieht bis Weihnachten nur in einzelnen Regionen im Süden Deutschlands geringe Niederschlagsmengen. Betroffen wären vor allem Teile von Bayern und Baden-Württemberg. Selbst dort ist jedoch unklar, ob es sich um Schnee handelt und ob dieser liegen bleiben würde.
Für ein weißes Weihnachtsfest reicht Niederschlag allein nicht aus. Entscheidend sind auch die Temperaturen in Bodennähe. Aktuell sprechen die Prognosen dafür, dass diese in den meisten Regionen über null Grad liegen. Frost ist vor allem in höheren Lagen möglich. Entsprechend zeigen auch Berechnungen zur Schneedecke nur geringe Chancen auf Schnee in den Tieflagen.
Ein landesweit weißes Weihnachten, wie es zuletzt im Jahr 2010 beobachtet wurde, gilt daher als äußerst unwahrscheinlich.
Wie zuverlässig sind Wetterprognosen?
Grundsätzlich gilt: Je kürzer der Vorhersagezeitraum, desto höher die Treffsicherheit. Prognosen für fünf Tage liegen heute in etwa 90 Prozent der Fälle richtig, bei sieben Tagen sind es rund 80 Prozent. Bei Zeiträumen von zehn Tagen oder mehr sinkt die Zuverlässigkeit deutlich.
Wettermodelle greifen auf enorme Datenmengen aus Satelliten, Messstationen und Wetterballons zurück, müssen aber Annahmen über die zukünftige Entwicklung treffen. Da sich diese ständig verändert, nehmen die Unsicherheiten mit jedem weiteren Tag zu. Verlässliche Aussagen über Schnee an Weihnachten sind deshalb erst kurz vor den Feiertagen möglich.