Weitere Immobilie in Stuttgart angeboten Land hat freie Auswahl für Flüchtlingsheim

Im Mittleren  Pfad  in  Weilimdorf ist eine weitere Immobilie für eine Lea angeboten worden. Foto: StZN/Konstantin Schwarz

Das Land erhält immer mehr Objekte, in denen Flüchtlinge vorübergehend untergebracht werden könnten. Im Bürogebiet in Weilimdorf sind nun vier Häuser auf der Liste.

Das Baurechtsamt der Landeshauptstadt wird in den nächsten Wochen eine Entscheidung zur Voranfrage des Landes für eine Landeserstaufnahmeeinrichtung (Lea) für Flüchtlinge fällen. Die Anfrage betrifft den weitgehend leer stehenden Bürokomplex Mittlerer Pfad 13 und 15 in Weilimdorf, in ihm könnten nach einem Umbau bis zu 1300 Flüchtlinge vorübergehend untergebracht werden. Die Voranfrage des Landes hat zu einer Welle von Verkaufsangeboten in dem Gebiet geführt.

 

Weiteres Angebot an Land

Inzwischen sei dem Land eine vierte Immobilie angeboten worden, teilt das Regierungspräsidium Stuttgart (PR) mit. Dabei handele es sich um den Mittleren Pfad 9, ein Objekt, welches zum Teil vom Autozulieferer Bosch von der CLS Germany GmbH angemietet ist. Die Immobilie (8325 Quadratmeter) zählt zum Portfolio der CLS Holding (London). Das Unternehmen hält gegenüber, im Mittleren Pfad 2-4, ein noch deutlich größeres Bürohaus (18 647 Quadratmeter) im Bestand. Beide Häuser wurden laut CLS vor wenigen Jahren umfassend saniert, in beiden können Teilflächen angemietet werden. Man werde das neue Angebot „ergebnisoffen prüfen“, so das Regierungspräsidium, noch lägen keine weiteren Informationen oder Unterlagen zum Gebäude vor. CLS wollte auf Anfrage unserer Zeitung keinen Stellung nehmen.

Weilimdorf hat Priorität

Für das Hotel Holiday Inn (Mittlerer Pfad 25 und 27) und die Immobilie der Vereinigten Postversicherung (Mittlerer Pfad 19) lägen inzwischen Unterlagen vor, die Objekte würden geprüft. Die nun vier Liegenschaften in Weilimdorf würden „hinsichtlich möglicher Synergien unter vorübergehender Zurückstellung der anderen in Stuttgart in Prüfung befindlichen Standorte priorisiert untersucht“, so eine Sprecherin des RP. Die Lea wird vom Land betrieben, die Standortprüfungen führt das RP im Auftrag des Justizministeriums durch.

Mehrheit für Lea

Eine Mehrheit des Gemeinderates hat sich für die Ansiedlung einer Lea in Stuttgart ausgesprochen. Abgelehnt werden kann sie von der Kommune sowieso nicht. Eine Lea auf dem Stadtgebiet würde Stuttgart bei der Flüchtlingsaufnahme entlasten, weil pro Jahr 20 Prozent der Lea-Kapazität auf die von der Stadt dauerhaft aufzunehmenden Flüchtlinge angerechnet würden. OB Frank Nopper (CDU) hat erklärt, dass er Stuttgart als nicht geeignet für eine Lea halte. Sollte das Land aber auf seinem Standpunkt beharren, werde er „im Rahmen meiner Möglichkeiten alles dafür tun, dass eine für die Stadt und ihre Einwohnerschaft möglichst verträgliche Lösung zustande kommt“.

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